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 1  0 Österreichisch - Deutsch : lahmlockert - antriebslos, begriffsstützig
| Österreichisch : | lahmlockert | | Deutsch : | antriebslos, begriffsstützig | | | | Eingereicht von : | HeleneT ( Region : Wien 19.,Döbling) | | Eingereicht am : | 2006-07-03 19:52:29 | | Verwendung : | ugs | | | | | Kategorien : | noch keine Kategorie |
| Österreichisches Verzeichnis |
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Lendenlahm oder von der Leimlache? [ von Koschutnig am 2012-02-24 20:25:35 ] Alt-Leisita schrieb am 31.12. 2007 (11:54) Folgendes:
Es wird auch wie 'loamlaggert' ausgesprochen und weist auf eine 'Leimlache' hin, die sicherlich zähflüssig war. Schwerfällig wäre das auf hochdeutsch, aber ugsprl. Lahmarschig Die Behauptung " ugsprl. lahmarschig. " wirft auf jeden Fall die lautgeschichtliche Frage auf: Wie soll ein 'Leim' in dt. Ugs. zu "lahm" geworden sein? (Nur im Wiener und im Kärntner Dialekt wär es möglich. ) Ganz anders erklärt wird der 2. Wortteil so: "lackert" vom mittelhochdeutschen ‘lanke’ = Lende, also „lendenlahm” ( Leopold Ziller: „Was nicht im Duden steht. Ein Salzburger Mundart-Wörterbuch“ S. 125) Vgl. nicht nur Wort 3558, sd. siehe auch
http://www.ostarrichi.org/wort-13744-reise-at-loamlackert.html
http://www.ostarrichi.org/wort-15312-reise-at-lamlockert.html @Koschutnig - Warum nicht "lahmarschig"? [ von Compy am 2012-02-25 19:10:55 ] Im Erbendorfer Mundart-Lexikon http://www.eber-online.de/lexikon/lexikon.php?auswahl=L steht lahmoaschad für langsam, behäbig, heißt aber letztendes lahmarschig. Das ist zwar oberfränkisch, aber wir wissen ja, welche verschlungenen Wege die Alltagssprache oftmals geht. Zum Leim: auf selbiger Seite findet man den Lahmsëider - energieloser Mensch, Langweiler. Dieses Wort bedeutet aber nichts anderes als Leimsieder (hierzu gibt es ja auf ostarrichi den Eintrag http://www.ostarrichi.org/oesterreich-6592-at-Leimsieder.html ), und hier sehen wir die Gemeinsamkeit: lahmoaschad - Lahmsëider - lahmarschig - Leimsieder. Warum nicht lahmarschig? [ von Koschutnig am 2012-02-25 21:03:05 ] Da werden Wörter vermengt, weil sie sehr ähnlich aussehen und sehr Ähnliches bedeuten, Wörter, die aber überhaupt nichts miteinander zu tun haben: Einerseits wird gesagt, "loam-lackert" rühre von der 'Leim-Lache' her. Dann ist das 'loam' das Wort Leim im Leimsieder / Loamsieder (allgemein bair.) / Lamsieder (oberfränkisch, wienerisch und kärntnerisch; nach Wien gelangte diese elegante /a:/ statt des "g'scherten" /oa/ durch die Habsburger, nach Kärnten durch die rheinfränkischen Spanheimer Herzöge und die Bamberger Bischöfe Andererseits wird jedoch gesagt, dt. ugs. sei es "lahm-arschig" - dieses "lahm" (unbeweglich) aber hat mit dem Leim (und auch mit dem gar nicht erwähnten, aber mit dem 'Leim' engst verwandten Lehm) nichts zu tun. "lahm" wird auch nie /loam/, sondern /lå:m/ gesprochen. @Koschutnig: die Erklärung [ von Compy am 2012-02-26 00:16:35 ] "Loamlackert: unbeholfen, weichlich, patschert
"lackert" vom mittelhochdeutschen ‘lanke’ = Lende, also „lendenlahm”
( Leopold Ziller: „Was nicht im Duden steht. Ein Salzburger Mundart-Wörterbuch“ S. 125)" deutet für mich an, dass das Wort ursprünglich wohl eher loamlankert gesprochen wurde. Die Lende ist nicht so weit vom Arsch entfernt ;-) - weshalb die Bayern vermutlich, wie bei Retti zu finden, Lahmarsch statt Lahmlack sagen. Wo Mundarten bzw. Dialekte ja selbst Sprachen aufeinander treffen, kommt es schon zu einer Vermengung mancher Wörter, die ungeprüft nur wegen irgendwelcher Ähnlichkeiten übernommen werden, bei denen schließlich auch ein Bedeutungswandel auftreten kann. [ von Koschutnig am 2012-02-26 09:36:23 ] Zillers Erklärung betrifft nur den 2. Wortteil, und dort wäre der Wegfall eines -n- nach dem verdunkelten a > å keine linguistische Besonderheit. Sein Lemma ist nun aber nicht "la(h)m-" sd. "loamlackert" - und doch versteht er es als "lahm" ("lendenlahm"!)
Nicht erklärt wird also auch von ihm, wie das Wort "lahm" mit hochsprachlich lang /a:/, das bair. stets /å:/ (oder gar /o:/) ist, zu einer Aussprache /loam/ statt /lå:m/ gelangt sein könnte. Dialekte verhalten sich, wenn's um Aussprache geht, nie willkürlich! /la:m/ und /loam/ sind eben nur 'Leim' oder 'Lehm', nicht "lahm".
Keiner der 3 Worteinträge entspricht in seiner Schreibung jener, die in der Literatur
gebräuchlich ist, vgl. * Julian Schutting: womit nicht gesagt sei, die einen seien unbeholfen und lahmlackert , die anderen immer etwas aufgeregt ("Der Winter im Anzug", 1993, S. 110) * Erwin Guido Kolbenheyer: Aber er war, was man in Wien «lahmlackert» heißt. Aus Trägheit besuchte er alle möglichen Vorlesungen. ("Ahalibama", 1943, S. 172) * Josef Dobiasch: In der Verfolgung sind sie lahmlackert, in der Verteidigung prima.("Kaiserjäger im Osten", 1936) So auch in
* Wolfgang Teuschl: "Wiener Dialektlexikon"; * Heinz Küpper: "Ill. Lexikon der dt. Umgangssprache"; etc. s. http://tinyurl.com/7cqx6no
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| Beurteilungen |
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2006-08-06 23:04:37(): Qualität=2: Bekanntheit=100% 2006-11-13 23:24:10(Wien 12.,Meidling): Qualität=2: Bekanntheit=100% 2007-10-05 15:13:09(Perg): Qualität=2: Bekanntheit=80% ich kenne es als loamlockert ausgesprochen 2007-12-03 11:07:35(Wien 19.,Döbling): Qualität=2: Bekanntheit=100% 2008-03-15 07:29:43(Wien 18.,Währing): Qualität=2: Bekanntheit=100% 2011-06-13 10:41:08(Tamsweg): Qualität=2: Bekanntheit=100% 2011-06-27 16:49:29(Mistelbach): Qualität=2: Bekanntheit=100% Wir verwenden den Ausdruck "loamlochat" 2012-02-24 20:44:02(Klagenfurt(Stadt)): Qualität=0: Bekanntheit=80% Die Qualität der verschiedenen Schreibungen der diversen Einträge des Wortes kann ich nicht beurteilen, jedoch scheint mir diese Schreibung mit –h- und –o- nicht adäquat
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