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Fratn

die,

Hang, Reisighaufen, Wiese


Wortart: Substantiv
Erstellt von: System32
Erstellt am: 25.02.2007
Bekanntheit: 87%  
Bewertungen: 4 0

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Kommentare (7)


Wird auch
für "Holzschlag", "Holzerntefläche" etc. verwendet.
eska 17.11.2008


Lichtung, Holzschlag
wäre m.E. eine zutreffendere Übersetzung. "Hang" und "Wiese" ist viel zu allgemein! Es muss ja kein Hang sein - und wenn auf dem Hang ein Wald steht, ist der Hang keine 'Fratn' mehr. Auch ist doch eine gewöhnliche Wiese keine Fratn. Oder ist's anderswo wirklich anders?
Koschutnig 17.11.2008


andere Beteutung
fratn = Reisighaufen
so genannt Im Lungau
Longa 21.03.2009


Latein im Wald, jedoch kein Jägerlatein!
Fratn:

Ein Lehnwort aus romanisch-ladinischen Dialekten im norditalienischen Dolomitengebiet.
Ligna fracta – 'gebrochenes Holz'
frata = 'durch Fällung oder Sturm abgeholztes Waldstück, umgelegter Wald, Waldlichtung' im Gebiet um Cortina (Anpezo, wo 2007 78% für einen Anschluss an Südtirol votierten) sowie im Fassatal in Welsch-Tirol (Trentino),
also ein Holzschlag, wo altes Holz lang umherliegt,
so ist die Bedeutung „Reisighaufen“ im Lungau erklärbar
Der 'Tothag' kann sich jedoch zum 'Lebendhag' wandeln, wo allerhand durcheinander wächst, so ist die Bedeutung frata = „Gestrüpp“ in anderen ladinischen Kleingebieten erklärbar

frata im Grödnertal aber bedeutet ‚Gerümpel, Gesindel, Lumpenvolk’. Eine Erklärung ist, dass Lichtung = Gelichtetes ( Waldstück) mit das Gelichter = Gesindel gleichgesetzt und in dieser Bedeutung rückübersetzt wurde.

Johannes Kramer: Etymologisches Wörterbuch des Dolomitenladinischen, Hamburg (Buske) 1990, Bd. 3, S. 319
http://tinyurl.com/6cyc3l3
Koschutnig 02.05.2011


Auf da Fratn vaschlåft die Sunn,
und du gehst wia im Tram dahin.
Verdürstet is Quelln und Brunn,
im Hadrach is Spinneweb drin.

Dege Spinneweb fliagt da ins Gsicht.
Bist hålt nix mehr die frische Bliah,
und du g'spürst es, dås Jåhr kriagt a Gwicht,
es hirbstlt, vagiß dås nia.

Wånn im Drautål da Summa verschlåft,
klingt die Luft wia a Singes aus Glås.
Und nebn da Sunn ihrer Kråft
sitzt hiaz nachtn die Kältn im Grås. (Josef Hopfgartner)[https://www.youtube.com/watch?v=Ib0ntyDZJss%23t=Video::::]

r>

Koschutnig 04.08.2011


"Fratte"
ist die Schriftform, die in den Schriften der "Historischen Landeskommission für Steiermark" verwendet wird, und dort im Steirischen hat die Fratte auch eine ganz andere Bedeutung, nämlich eine Reihe oder Zeile auf landwirtschaftlichen Flächen:"...breitete man das Brennholz nicht aus, sondern brannte es in Fratten (Zeilen) ab (Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, Bd. 24, S.48)* in Reihen geordnet("Fratten" genannt) (S. 152)* Bildtitel: "Neuberg, Steiermark: Astzeilen ('Fratten' ) im Kahlschlag".(S. 82) http://tinyurl.com/d3mnke9 Hier aber stellt sich die Frage, ob wirklich eine Bedeutungsübertragung in der Bevölkerung und nicht einfach eine Verwechslung des städt. Autors vorliegt, ob nämlich nicht die Zeilen-, oder Reihenanordnung, sondern der Kahlschlag selbst die "Fratte" ist; vgl Etymologie: lat. 'ligna fracta', gebrochenes Holz, > roman. 'frata' abgeholzes Waldstück, Lichtung, s. Kommentar "Latein im Wald"s.a. "Himbeerfraten" Himbeerfraten
"Roapafraten" Roapafraten"Traktorfratn" Traktorfratn
Koschutnig 28.12.2011


2x in der Bedeutung "Holzschlag" (19. Jh.)
Mei Schåtz is a Holzknecht,
er håckt, dåss åll's klingt,
dåss die Schart'n von der Frat'n
weit auße d'r springt. (St. Martin bei Villach)
Die Holzknecht in der Frat'n
hånt Gelt a's wie Schart'n,
hånt Gelt a's wie Dreck,
werf'nt Zwanziger wek.
(Mittelkärnten)
http://tinyurl.com/6q8d4ob
Koschutnig 23.02.2012





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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