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pflugazn, pflugatzn


[ pfluhgazn ]

aufplustern, im tierischen Bereich, z. B. bei Hühnern


Wortart: Verb
Referenz: 0
Besser: 0
Kategorie: Arbeitswelt Natur Zwischenmenschliches Gemütszustände, Befindlichkeiten Veraltet, Historisch
Erstellt von: Hoerersdorf
Erstellt am: 25.10.2011
Bekanntheit: 50%  
Bewertungen: 1 2

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Kommentare (5)


pflugatzn, pflugazn
Wenn Hühner sich aufplustern bzw. aufgeblasen herumlaufen, so sagt man "pflugatzn" oder "plugazn". Pflugazn ist Mehrzahl. Einzahl wäre: Der Auerhahn "pflugatzt" (pflugazt) ganz nervös um seine Hennen herum.
Hoerersdorf 25.10.2011


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JoDo 25.10.2011


Frage:
Besteht da ein inhaltlicher Zusammenhang mit:
pfugatzen
?
JoDo 25.10.2011


Ich denk' schon
Ich denk' schon, aber dort wird der Zusammenhang mit "kichern" gebracht. Den kann ich persönlich nicht nachvollziehen!
Hoerersdorf 06.02.2014


pflugetzen, pfugetzen, pfukazn
Günter Lipold nennt in seiner
„Lautlehre und Adjektivsteigerung der Mundart von Grosspertholz im Niederösterreichischen Waldviertel“

(hg. v Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, 1973 ) ein schwaches Verb »pflugetzen" hüsteln (lautmalend) «
* und in dieser Schreibung steht’s auch auf S. 226 im „Verzeichniß der vorkommenden Wörter“ zu Johann von Dellings „Beiträgen zu
einem baierischen Idiotikon“ (München-Leipzig-Wien 1820) .
Sucht man es dann jedoch im Text, findet man kein „Pflugetzen“, sondern nur ein „Pfugetzen“:

»Pfugetzen: -… Laut, den man gewisse Thiere von sich geben hört, wenn sie sich verteidigen. Es ist der Laut Pff, Pff. Die Katze pfugetzt. - Auch Menschen geben in gewissen Zuständen einen ähnlichen Laut von sich, nämlich, wenn sie das Lachen zu verbergen sich bemühen, dasselbe aber dennoch wider ihren Willen ausbricht oder wenn sie manchmal beim Niesen einen schwächern und unterbrochenen Laut hören lassen. Endlich geben leblose Dinge einen ähnlichen Laut von sich, z.B. ein glühendes Eisen, wenn es ins Wasser getaucht wird […] [In allen diesen Fällen wird das Wort Pfugetzen, im Hochdeutschen Pfuchzen gebraucht, als ein Laut nachahmendes Wort.« (S. 74 f.)
* Schon Matthias von Lexers „Kärntisches Wörterbuch“ (1862) enthielt » pfukaz’n 1. das heimliche Lachen junger Mädchen, kichern, 2. hin und herglimmen, funkeln“ und dazu den »Pfukazar - ein einmaliges Lachen“, zum mittelhochdeutschen „pfȗchzen“ von der Interjektion pfȗch! also in ein Geräusch ausbrechen, welches den Laut pfȗch bezeichnet, niesen, prusten«. (Spalte 25)und so findet sich in
* H-D. Pohls „Kleiner Kärntner Mundartkunde“ von 1989 „pfukazn: pfauchen, fauchen; kichern“, und in seinem „Kl. Kärntner Wörterbuch“ von 2007 steht unter „pfukazn: kichern, leicht lachen; in Lachen ausbrechen“ - nix allerdings vom balzenden oder wütenden Auerhahn
Koschutnig 06.02.2014





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