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einnähen


[ einahn ]

siehe Kommentar


Wortart: Verb
Kategorie: Veraltet, Historisch
Erstellt von: albertusmagnus
Erstellt am: 07.12.2009
Bekanntheit: 50%  
Bewertungen: 1 2

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Kommentare (19)


Eine ehemals verbreitete,
nunmehr Gott sei Dank abgekommene Sitte der Alpenbevölkerung war das "Einahn": Kindern wurde die Unterwäsche zu Winterbeginn zugenäht, sodaß sie nicht mehr ausgezogen werden konnte. Erst im Frühjahr wurden die Bedauernstwerten wieder herausgeschnitten! Das Odeur, das sie verbreitet haben, muß phänomenal gewesen sein. Vielleicht weiß jemand, warum man das gemacht hat? Ich kann jedenfalls keinen Sinn erkennen! Jedenfalls dürfte von diesem Usus das "Einahn" ins Gefängnis kommen...
albertusmagnus 07.12.2009


Profundes Hintergrundwisssen...
aber ist das belegt? Meine Skepsis soll Dich nicht kränken, es klingt ja wirklich wild!
klaser 08.12.2009


Vielleicht ist es ja nur eine Mär,
jedenfalls wurde es mir so erzählt. Werde mich aber beim steirischen Volkskundemuseum um eine Bestätigung bemühen und hier veröffentlichen.
albertusmagnus 08.12.2009


Eingnaht:
1910 bietet das Kaufhaus Roman Mayr in München "Fatschen" um 32 Pfennig pro Meter: "Offensichtlich hatten die Mütter von Kindern auf das Einnähen mit Babyband und Schnürnadel noch nicht verzichtet"
Ulrike Zischka: "Vater, Mutter, Kind: Bilder und Zeugnisse aus zwei Jahrhunderten." Hg. v.
Münchner Stadtmuseum, München 1987, S. 165
Koschutnig 08.12.2009


Aus Berlin von einem Schweizer
Herbert Luethy in: "Der Monat" hg.v. Gesellschaft für Internationale Publizistik, Ausgabe 43-48, Berlin 1952, S. 303:
"...um die allereinfachsten Dinge der Kinderpflege zu lernen: wie man Windeln anfertigt, daß man die Säuglinge nicht einnähen und wochenlang in ihrem Kot herumtragen, sondern sie waschen und ihnen die Windeln wechseln soll."
Allerdings steht das unter "Nordafrikanische Impressionen"...
http://tinyurl.com/ylepcwpauch: http://tinyurl.com/ydz2eqo S. 121
Koschutnig 08.12.2009


Dr. Roswitha Orač-Stipperger,
die Leiterin des Steirischen Volkskundemuseum, hat mir folgendes übermittelt:

Das “Einnähen“ gab es nicht im Sinn eines "traditionellen steirischen Volksbrauches“sondern als fact, der eher einer praktischen Notwendigkeit entsprang. Man hat Hemdund (Unter)hose einfach zusammengenäht, damit es wärmer war. Die "Entsorgung“funktionierte über die ohnehin zwischen den Beinen offenen Unterhosen. Mein Mannerwähnte auch einen Zeitungsbericht vor ca 15 – 20 Jahren (Kategorie Heiteres Bezirks-gericht und Ähnliches) wo es um einen Streit mit einer Lehrerin ging, die ein Kind, dasdas Mitturnen verweigerte, dazu zwingen wollte. Das Kind genierte sich wegen seineswinterlichen “Innenlebens“ vor den Mitschülern, der Lehrerin war der Grund nicht geläufig.
albertusmagnus 15.12.2009


@Albertusmagnus, @Koschutnig:
Ich nehme dieses Muster an engagierter Mitarbeit zum Anlass, um mich zu bedanken. So wird "unser" Werk erst sinn- und wertvoll. (Ich bin leider aus Zeitgründen nicht in der Lage, mich so ins Zeug zu legen, wie ich es gerne tun würde.)
klaser 15.12.2009


Ich fühle mich bauchgepinselt,
freute mich aber, wenn mir jemand die Geheimnisse verriete, wie man Bilder oder Tonbeispieleeinpflegen kann. Auch die Fontgröße sowie -farbe können geändert werden, wenn man zu denWissenden gehört...
albertusmagnus 15.12.2009


Eine Ergänzung von Frau Dr. Roswitha Orač-Stipperger:
Das angeführte Zitat (bezüglich des Fatschenangebotes) bezieht sich wohl auf eine andere Gewohnheit, nämlich das ebenfalls nicht gerade "artgerechte“ enge Einfatschen von Säuglingen. Das ursprünglich hinterfragte "Einnähen“ betraf ja auch schon gehfähige Kinder.
albertusmagnus 16.12.2009


Ich sags ehrlich...
ich würde dieses Wort oder wie immer man diesen Eintrag bezeichnen mag, im Reich der Sagen und Märchen suchen.
Es kann möglich sein, dass es etwas ähnliches einmal gab. Eigentlich ist es auch die Frage, wann od. im welchen Jahrhundert es dieses gab. Und eine weitere Frage wieder , wer sucht sowas in einem Wörterbuch? albertusmagnus möge mir verzeihen, aber ich würde doch bei der Auswahl der Einträge wählerischer sein, damit hier nicht der Eindruck ensteht, es wäre viel Müll. Hier geht es bekanntlich um österreichische Wörter, die einem Wörterbuch würdig sind. Oder sehe ich das falsch? Siehe Kommentar???? Was soll das für eine Übersetzung sein?
System1 17.12.2009


Wie an anderer Stelle schon geschrieben,
ich sehe OSTARRICHI nicht als reines Wörterbuch, sondern als Sammlung des Österreichischen Idioms.Manche Ausdrücke sind einfach unübersetzbar, sie brauchen eine längere Erklärung, daher habe ichbei der Übersetzung diese Form gewählt.

"Einahn" wird in dieser Bedeutung Gott sei Dank zwar nicht mehr gebraucht, als mögliche Erklärung für"einahn" = "einsperren" habe ich es trotzdem eingestellt!
albertusmagnus 18.12.2009


Und wie soll man die Übersetzung nun ins Buch übertragen?
Dieser Eintrag ist irgendwie halbfertig. Ob nur ein Kommentar dazu genügt? Das wäre mir dann aber ganz neu.
System1 18.12.2009



albertusmagnus 19.12.2009



albertusmagnus 19.12.2009



albertusmagnus 19.12.2009



albertusmagnus 19.12.2009


Inwieweit halbfertig?
Ausreichender als dieser Eintrag sind nur wenige belegt!

Im Übrigen solltest Du Dein Wörterbuch-Denken einer Revision unterziehen, wie von mir schon eins ober Dir festgeschrieben, gibt es für manche Redewendungen keine 1:1-Übersetzung. Da-für dienen eigene Werke, in denen Redewendungen ihren Platz finden. Aber es ehrt Dich, sichums "Buch", zu dem Du noch nichts beigetragen hast, solche Gedanken zu machen...
albertusmagnus 19.12.2009


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ant18ikes 18.03.2016


Aus einem Schneiderinnenhaushalt stammend habe ich das Wort "einnähen" in lebhafter Erinnerung. Da wurde es sowohl auf die Saumlängen kürzen als auch auf Abnäher enger machen angewendet.
ant18ikes 18.03.2016





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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