Nach Recherche [ von klaser am 2007-07-02 19:03:13 ]
bei einem schwäbisch-bayrischen Ehepaar: in Schwaben gibt es das Wort, aber in nur ähnlicher Bedeutung. Z.B. eine Mücke dachteln. In Bayern dürfte es unbekannt sein. Denk' ich mir: Ruhrpott hin oder her, ein guter Eintrag.
Dachtel/Tachtel [ von Koschutnig am 2009-12-15 17:58:47 ]
"Tachtel, ein niedriger Ausdruck für Ohrfeige. Einem eine Tachtel geben, eine Ohrfeige."
Aus der "Oekonomischen Encyklopädie" von J. G. Krünitz (
1773 ff.)
http://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/t/kt00256.htm
Pommern: "Ik gav em ene düchtige Tachtel."
1867
http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Tachtel
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig
1909, S. 277:
»Dachtel, altdeutscher Ausdruck für
Dattel, auch Ohrfeige; soll aber nach der Meinung andrer von der Sitte, Dachteln als Gedächtniswecker (Denkzettel) auszuteilen, ihren Namen haben. Man führte beim Feststellen neuer Grenzen und Grenzsteine die Knaben dorthin und gab ihnen eine D., damit sie daran denken sollten«
In Österreich wohl nur mehr ein "Kopfstück". Für die Ohrfeige haben wir ja die "Watschn" und die "Tetschn".
Wie kommen aber exotische Früchte - Feigen, Datteln - eigentlich an den Kopf? Denkzettel?
NEWS: »Bischof Krenn für "Aufmerksamkeits-Tachtel":
... Zur g´sunden Watschn meint Krenn: "Sie muß nicht der richtige Weg sein, aber falsch ist sie nicht. Zur Aufmerksamkeitserweckung ist eine Tachtel o.k."« http://tinyurl.com/ya55l44