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Leimsieder


[ Loamsiada ]

langsamer Mensch, Langeweiler


Wortart: Substantiv
Erstellt von: HeleneT
Erstellt am: 08.08.2006
Bekanntheit: 49%  
Bewertungen: 8 1

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Kommentare (4)


Adjektiv
Dazu passend das Adjektiv: loamsiadarisch (verwende ich häufiger als Loamsiada)
SaiH 16.12.2008


Ein fader Zipf überall!
*Leimsieder: Langweiliger, langsamer und träger Mensch. Nach Meinung des Volksmundes übt der Leimsieder keine sehr interessante Tätigkeit aus. Der Beruf galt als eintönig und langweilig. Friedrich Weber:
"Woher der Ausdruck? Deutsche Redensarten und ihre Erklärung" (1961), S. 79

* Schweiz: In Gottfried Kellers „Leuten von Seldwyla“ taucht der „Leimsieder“ in der Erzählung „Die missbrauchten Liebesbriefe auf: - Der Aufenthalt in den Versammlungen und Wirtshäusern [..] kürzte er immer mehr ab und gewöhnte sich, zu jeder beliebigen Zeit aufzubrechen und sich loszureißen, ohne gerade ein sogenannter Leimsieder zu werden - und wird in einer Ausgabe erklärt: „Leimsieder – langweiliger Mensch“ ( http://tinyurl.com/ctfz8qh)

* Bayern: „Ich konnte nicht abmildern, sondern musste gesteigert zeigen, was wirklich war. Ein Leimsieder war der Kreittmayr gewiss nicht“ – so der Schöpfer eines Denkmals in der Gestalt einer expressiv-dramatisch sich gebärdenden Figur für einen gewissen Aloys Kreittmayr (1705 – 1790), Jurist und 40 Jahre lang kurfürstlich bayrischer Ratskanzler, gegen dessen Aufstellung sich 1962 in München heftiger Protest auch seitens der Liga für Menschenrechte regte, da Kreittmayr die Folter in sein bayrisches Strafprozessrecht aufgenommen hatte und unter ihm Leute verschwanden. ( http://protest-muenchen.sub-bavaria.de/artikel/1622)

* Schwaben: „langweiliger Mensch: Funzel; Leimsieder im „Schwäbischen Handwörterbuch:
Schwäbisch-Deutsch /Deutsch-Schwäbisch” von Hermann Fischer, S. 594 ( http://tinyurl.com/brtma2o)

Und schließlich aus dem Norden:
* Im „Bilderschmuck der deutschen Sprache in Tausenden volkstümlicher Redensarten : nach Ursprung und Bedeutung erklärt“ aus dem 19.Jh. sagt der norddeutsche Autor Herman Schrader (1816-1902, lebte in Hamburg, Weimar und Osterode):
Wenn man das Wort „Leimsieder“ bildlich gebraucht, - Der ist ein rechter Leimsieder -, so bezeichnet man damit einen langweiligen, theilnahmslos Dasitzenden, sich für Nichts interessirenden Menschen. (Nachdruck der verb. Aufl. 1894: http://tinyurl.com/c4bv73p )

Allerdings scheint der Leimsieder etwas aus der Mode zu kommen, im 19. Jh. aber war er sehr verbreitet, da kannte man ja noch den eintönigen Beruf:
* Die Klasse der „liberalen Schreier", von denen man weiß, daß sie wie gewisse Hunde nur bellen, aber nicht beißen — und der „politischen Leimsieder", die unvereinbarliche Elemente durch eine liebreiche Sprache zusammenleimen wollen, ist sehr groß in Deutschland… (Wolfgang Menzel, "Die deutsche Literatur" (1836) Bd. 1, S. 240,* Als ich auf Ihr schönes Schloss kam [...], war ich [...] ein vollkommen solides Möbel, ein Leimsieder, wie die Studenten sagen, und ein Mittelding zwischen einem Theologen und Philologen, so daß ich [...] hinter meine Griechen und Römer rückte, kamen mir diese eben so langweilig vor,Ernst von Bibra: „ Ein edles Frauenherz. Roman“ (1866) - Bd. 1, S. 197

* Es ist so langweilig, keine Schulden zu haben. […] Ihn hat sein Rollenfach angesteckt; er spricht, wie ein Leimsieder oder wie ein Buch, wie man will !August Lewald: „ Die Geheimnisse des Theaters“(1845) - Bd.1, S. 154
.
Koschutnig 24.11.2012


Ganze „Leimsieder“-Gesellschaften gab’s:
(zumindest parodistisch in der Literatur): Die Gesellschaft Leimsudia. [...] Da waren Juristen, Mediciner, Maler, Schriftsteller, im Ganzen sechzehn Leimsieder ; größer durfte die Zahl nicht werden. [...] Da sah man Wein- und Bierflaschen, und auch eine Speisekarte fehlte nicht, durch deren Hilfe hungrige Leimsieder zu einem soliden Nachtessen kommen konnten. [...] »Man muss sich im allgemeinen Getriebe der Menschheit entsetzlich langeweilen und in diesem Falle hat ein Mitglied der Gesellschaft das Recht, den Gelangweilten zum Leimsiedervorzuschlagen.« [ ..] »Verliebte Leute sind immer langweilig,« sagte der lustige Rath mit leiser Stimme. ... »Der Herr Präsident,« bemerkte ein anderer Leimsieder – er war im gewöhnlichen Leben Regierungsrath – »scheint mir heute Abend in außerordentlich strenger Laune zu sein.« Friedrich Hackländer: „Eugen Stillfried" , 1852, 17. Kapitel, http://tinyurl.com/c3kt4g9
Koschutnig 24.11.2012


Auch hier haben sich Leimsieder gesammelt:
- Lahmsiader- Lahmsiada
Compy 25.11.2012





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: UrImmun Der NLP Master Bairisch