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Gscherter


[ Gscherda ]

Geschorener, Leibeigener


Wortart: Substantiv
Erstellt von: HeleneT
Erstellt am: 31.05.2006
Bekanntheit: 50%  
Bewertungen: 5 1

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Kommentare (7)


Also deswegen
betrachten noch immer einige Bewohner der ehemaligen Kaiserstadt Wien andere österreichische Staatsbürger als Gscherte Leibeigene ;-)
tscharlie 29.12.2007


Originalkommentar von HeleneT:
früher mussten Menschen die nicht Herr über ihren Leib, Leben und Gut waren, also Leibeigene einer Herrschaft, ihr Kopfhaar als Zeichen ihres Standes abscheren, d.h. Glatze tragen. Hat hauptsächlich Männer betroffen. Als Folgesitt
JoDo 29.12.2007


Die historisierende Übersetzung
ist eigentlich mehr eine Erklärung. In der heutigen Verwendung bedeutet es wohl etwas mild Abwertendes, drückt vielleicht ein augezwinkerndes Verscheissern aus. Übrigens habe ich schon öfter "Gscheada" als Bezeichning für Wiener gehört, am häfigsten von Neandertalern.
klaser 30.12.2007


Etymologie fragwürdig
Die Ableitung vom "scheren" der Haare ist mittlerweile sehr umstritten. Wahrscheinlicher: "geschärt" = der leibeigenen (Bauern-)Schar eines Edelmannes zugehörig, weshalb noch heute in Bayern die Pflichtdienste (= Hand- und Spanndienste) des Landwirtes im Auftrag der Obrigkeit, zum Beispiel die Instandhaltung der Feldwege, als "Schar-Werken" ("schòa-wèacha") bezeichnet werden. Für diese Etymologie spricht auch das bekannte Sprichwort "Wie der Herr, so das Geschärr" = die (Bauern-)Schar.
Remigius 19.04.2008


Gscherter
Dem von Remigius zitierten Erklärungsversuch von 'Gscherter' als ein zu einer 'Schar' Gehöriger steht die abfällige Bezeichnung 'Roundheads' (d.h. 'die ohne langes Haar') für das niedrige Volk entgegen, mit der sich die Gegner der Royalisten provokativ schmückten, obwohl sie z.gr.T. selbst adelig waren. Ihr Führer war Oliver Cromwell.
Koschutnig 16.05.2008


@ all: das lange haar+bart waren immer schon...
zeichen des freien mannes. die haare abzuscheren, wurde von den nazis als erniedrigung angewendet, und wir heute auch auf dem balkan noch praktiziert, wenn man jemanden (zB bei den zigeunern) erniedrigen will. im haar steckt nach mythologischen vorstellungen auch die kraft des mannes, ohne haare ist es aus und vorbei. das erste, was in manchen ländern mit einem gemacht wird, wenn man einrückt oder ins gefängnis kommt, ist das scheren der haare: ein akt der erniedrigung. dementsprechend wäre die übersetzung hier eher: verachtenswerter mensch o. ä.
avenarius 17.05.2008


Roundheads
Das Wort "roundheads" bezieht sich doch auf die Schädelform !
Es gibt doch das bekannte Klischee,
dass in England die Unterschicht kleinwüchsig, korpulent und rundschädlig ist,
während die "lords" hochwüchsig, schlank und langschädlig sind.
Remigius 17.05.2008





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich verwendeten sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig. Die Seite unterstützt auch Studenten in Österreich, insbesondere für den Aufnahmetest Psychologie und den MedAT für das Medizinstudium.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Betonung entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden aus nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Vokabulars alles rund um die Küche.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Eingang in die Schriftsprache.