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Sti͟eglhupfer, Stiegelhupfer


[ 'ʃtiːgl.hupfɐ |, 'ʃtiəgl.hupfɐ' ]

Oberösterreicher


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Umgangssprache
Kategorie: Veraltet, Historisch
Erstellt von: Lanquart
Erstellt am: 01.07.2019
Region: Klagenfurt Land (Kärnten)
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Verschollen ist der Beiname „Stieglhupfer" für die Bewohner Oberösterreichs, doch soll er einmal sprichwörtlich gewesen sein:
So begrüßte Kaiser Franz I. die Gräfin Lulu Türheim 1814, als sie mit ihren Schwestern in oberösterreichischer Tracht auf einem Ball des Fürsten Metternich erschien, mit den Worten: „Ach, da sind sie ja, meine lieben Stieglhupferinnen!"
source: Hans Commenda, Sagen in und um Linz, in OÖ Heimatblätter, Jg 21 (1967); Sagen.at

Ausgelöst haben mag die eigentümlichen Worte des 1. Kaisers von Österreich die bairisch-oberösterr. Tracht der Damen und damit die Erinnerung des Kaisers an den Umstand, dass das Innviertel als 5. oberösterr. "Viertel" erst ein paar Jahre – seit 1779 - zu seinem Österreich gehörte. Das heitere "Stieglhupfer" andererseits war nämlich schon lange ein bekannter, charakteristischer Begriff im angrenzenden Bayern.
Lanquart 01.07.2019


Für die oö. „Stieglhupfer“ wurde erklärt, Pfarrer Matthias Höfer habe geschrieben,
„daß es ob der Enns unzählige Stiegel über Zäune gibt, indem die Häuser nicht in großen Dörfern, sondern zerstreut mitten unter ihren Gründen stehen“
source: City! 2018
Zwar wurde dies nicht von Matthias Höfer selbst erklärt, dessen „Etymologisches Wörterbuch der ... in Oesterreich üblichen Mundart“ bereits 1815 erschien, es findet sich aber in einer Linzer Bearbeitung von 1934.

In Bayern hingegen waren die Stiegelhupfer ganz andere Wesen:
STIEGLHUPFER, (prov.), ein Landkaplan, als welcher täglich oder öfter in der Woche über Stege (Stiegel) und Zäune eilen, und gleichsam hupfem muss, um die ihm angewiesenen Filialen zur bestimmten Stunde zu erreichen.
source: Lorenz Westenrieder, Glossarium germanico latinum vocum obsoletarum primi et medii aevi imprimis Bavaricarum (1816)

Lanquart 01.07.2019





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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