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Lu̲genschippl

der,
[ lu:(a)gn šipl ]

Lügenmaul, Lügner


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Umgangssprache
Kategorie: Schimpfworte - deutlich
Erstellt von: Lanquart
Erstellt am: 15.06.2019
Region: Klagenfurt Land (Kärnten)
Bekanntheit: 80%  
Bewertungen: 1 1

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Kommentare (3)


s.a.„Lügenschippel“ mit ungewöhnlicher Aussprache!
Aber althergebracht und durchaus lebendig ist doch die jetztige bair.-österr. Form:
18. Jh.:
Lugenschippl (im Scherze), statt: Lügner. Oest.
source: Deutsches Provinzialwörterbuch, Frankfurt1792

19. Jh.:
Fett (grimmig zu Buchner): Sie infamer Lugenschippl, Sie!
source: Nestroy, Liebesgeschichten und Heiratssachen (1843)


Therese (sieht ihn lächelnd an). Lugenschippl (Lügenmaul)!
source: Karl Haffner, Therese Krones. Genrebild (1855)

20.Jh.
Allen Respekt, Euer Gnaden! So ein Lugenschippl, so ein leichtes Tuch – “
source: Adolf Wilbrandt, Hermann Ifinger (1911)


2018:
insgesamt darf man gespannt sein wer nun der grösste lugenschippel des landes ist
source: der Standard.at, Posting vom 23.2.2018

Lanquart 15.06.2019


"die jetztige bairisch-österr. Form"?
"jetztig" findet man in der "Liste der häufig falsch geschriebenen Wörter" unter
"J"
source: Science at home.de

Koschutnig 29.09.2019


Mehr Lugen- :
Joseph Sonnleitner, MUNDART DER ÖSTERREICHER
oder Kern ächt österreichischer Phrasen und Redensarten von A bis Z. Wien 1811:
Lugenschippl: ein dem Lügen ergebener Mensch.


[quote: Friedrich Kaiser, Der Schneider als Naturdichter (1851): https://tinyurl.com/y6hyk6b8] Flor.: Ich sagte ihm, diese Gedichte seien von dir verfaßt –
Niklas: Sie Lugenschippl! Ich habe mich nie mit einer so umfassenden Verfassung befaßt!
source: Sagen.at


l möcht nur wissn, ob ma so an redaktionellen Lugenschippl net wegen Beunruhigung der öffentlichen Meinung oder wegen mutwilliger Gefährdung des Lebens und der Gesundheit steuerzahlender Bürger verklagn und einsperrn lassen kann!
source: Richard Kovacevic, Taddäus Hartriegel oder, Wann nur der Schwemminger käm (1990)

Koschutnig 29.09.2019





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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