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Reischen



luftiges Häuschen aus Holzlatten mit Ziegeldach zum Lagern von Mais


Erstellt von: Niemand
Erstellt am: 05.08.2018
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Kommentare (4)


Am Heideboden war der Brauch, den Kukuruz in sogenannten "Reischen" (Tschardaken) zu trocknen und aufzubewahren. Ein Gestell aus Latten, in das der Kukuruz hineingeschmissen wurde zum Trocknen. Es gab auch ein Dach zum Schutz vor Regen.
source: Chronik von Donnerskirchen

Pernhard 07.08.2018


Ein Verdacht hat sich bestätigt: Die "Reischen" sind tatsächlich bloß eine Aussprache von "Reuschen", doch wo ist die Heimat des Wortes? Ist es überhaupt in Österreich beheimatet?
Wegen des höheren Wassergehaltes des Hybridmaises werden schmale (60-70 cm) Reuschen (Trockengerüste) aus Holz oder Rohrrahmenkonstruktion mit Drahtbespannung empfohlen.
source: Landwirtschaftliches Zentralblatt. Landtechnik. Abteilung I., Band 8. Berlin 1962
Vom Transportfahrzeug werden diese teilentlieschten Kolben direkt in den Maisdrescher eingeworfen und die Körner unmittelbar anschließend künstlich getrocknet. ... Dies geschieht in traditioneller Weise in Reuschen, bei uns Tschardaken genannt.
source: Die Bodenkultur. (1959)

Das erstere Verwendungsbeispiel kommt aus einer Berliner Fachzeitschrift, das Letztere aus Wien, mit "bei uns" wird wohl das Burgenland, Niederösterreich und evtl auch die Südsteiermark gemeint sein.
Koschutnig 08.08.2018


Um das in diesem Kontext kaum bekannte Wort 'Reusche' in seinen Bedeutungskreis einzuordnen, wurde es mitunter mit dem Bestimmungswort 'Mais' versehen, wie dies ja auch wie bei 'Fleder > Maisfleder' geschah:
Die Arbeitskette Maispflücken - trocknen in Maisreuschen - vermahlen der getrockneten Maiskolben und anschließende Futterproduktion zeigt einen Weg auf, um die kostenaufwendige künstliche Trocknung zu umgehen.
source: Parlament, Forschungsbericht 1983 des BM f. Land-und Forstwirtschaft
Die Maisreusche ist wieder aktuell.
Traktor aktuell, Heft 3. 1876
source: Publikationen der Bundesanstalt für Pflanzenbau und Samenprüfung in Wien (1981)
Wie ferner festzustellen war, treten sehr hohe Mengen an Zearalenon auch dann auf, wenn Fusarium-infizierte Maiskolben in Holzbehältern, sog. Maisreuschen, im Freien bis in den Winter hinein abgetrocknet werden
source: Christiane Eckardt, Mykotoxine in Lebensmitteln

Koschutnig 08.08.2018


Dass gerade in Österreich diese Reusche durch das Bestimmungswort 'Mais-' zur 'Maisreusche' geklärt wird, hängt wohl mit der anderen im ganzen Land weit häufigeren Reusche zusammen, die vom Boden- bis zum Neusiedlersee lebt und dem Standardwort 'Reuse' entspricht:
Reusche(n) (reišn) vgl. Schmeller [481], 2, 146
Auf dem See wird der Fischfang hauptsächlich mit Reuschen durchgeführt
source: Károly Manherz, Sprachgeographie und Sprachsoziologie der deutschen Mundarten in Westungarn (1978)
Das Legen von Reuschen soll nur beim Trüschenfang gestattet sein, bis 100 an der Zahl; kein Fischer soll dem anderen damit näher als 80 Fuss kommen.
source: Klunzinger, Bodenseefische, deren Pflege und Fang (1892)
Der Name Reuse (Riesen, Reuschen, Rüschen) stammt ursprünglich von dem Wort Reis oder Reisig ab. Die ersten Reusenformen waren aus Reisig gefertigt.
source: Jürgen Mattern, Fischereifachkunde (Berlin 1999)

Koschutnig 10.08.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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