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Riesel



Krankheit mit Ausschlag und Fieber; Friesel; lokal auch Masern


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Dialekt
Tags: Kärnten,Steiermark,veraltend
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 02.03.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 20%  
Bewertungen: 1 2

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Kommentare (1)


Christine Lavant:
.. und es sogar wagte, das fiebrige Bälgchen ... in das Bett neben das Engelchen zu legen. Die Riesel hatten sie sowieso beide schon und wenn sie dann wach wurden, konnten sie wenigstens miteinander ein wenig spielen
source: Christine Lavant, Das Wechselbälgchen (um 1947/2012)
In Klaus Amanns Ausgabe der Erzählung von Christine Lavant wird Riesel als Masern erklärt. Unklar ist jedoch, um welche Krankheit es sich bei dem/der Riesel (in Deutschland "Friesel") im Einzelfall handelt, wenn sie nicht von einem Arzt identifiziert wird:
Der Befürchtung, dass sich das Kammerpersonal bei der Leiche mit dem Riesel-Ausschlag angesteckt haben könnte, widersprach Maria Theresia: Der tote Körper sei mit keinen würckenden Säften oder geistern ... versehen [...] Woran die zwölfjährige Johanna Gabriele starb, ist nicht ersichtlich.
source: Sabine Weiss, Zur Herrschaft geboren. Kindheit und Jugend im Haus Habsburg (2008)
Riesel, der, des -s [...] ein Ausschlag, eine Hautkrankheit bey Menschen [...]
Indeß ich mein Kind, welches mit dem Riesel behaftet war, abwartete, kam mir das Schwein in den Garten und wühlte mit dem Rüssel in den Beeten herum.
source: Michael v. Kunitsch, Grammatisch-orthographisches Wörterbuch der Homonyme der deutschen Sprache (Graz 1803)

Friesel, das, in einigen Gegenden der, des–s, [...] eine mit einem Fieber verbundene Krankheit, welche in erhabenen Flecken auf der Haut besteht [...] in Österreich Rieselausschlag, vermuthlich von 'friesen', frieren, weil diese Krankheit immer mit einem Fieber verbunden ist.
source: Adelung, Kl. Wb der deutschen Sprache (1819)

s.a.
Friesel, Frieselfieber - Miliaria; im weiteren Sinne jede Art von Fieber mit Ausschlag
source: Historische Krankheitsbezeichnungen, Wikipedia

Koschutnig 02.03.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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