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Czischme

die, - , -n
[ tšišmə ]

ungarischer Schnürstiefel; Husarenstiefel


Wortart: Substantiv
Tags: veraltet
Kategorie: Kleidung
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 15.09.2016
Bekanntheit: 0%  
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s.a. Zischme, Tschischme

Czischmen (von ungar. csizma, der Stiefel) waren Standardteil der Uniformen ungarischer Regimenter in der k.k. Armee, aber auch fester Bestandteil sonntäglicher Kleidung von Ungarn und Slowaken und in einfacher Form auch der bäuerlichen Arbeitskleidung.
Im Lager oder in der Exerzierzeit bekommt der beurlaubte, wenn er hierzu einzurücken hat:
Alle Jahre 1 Paar Schuhe, oder bey den Hussaren und Uhlanen 1 Paar Czischmen und respektive kurze Stiefeln
source: Handbuch aller seit dem Militärjahr 1767, als dem Anfang des in der k.k. Oesterreichischen Armee bestehenden Militär Oekonomie Systems ... Normal Vorschriften (1822)

Nicht nur bei der Schreibung herrschte große Vielfalt - am seltensten scheint ja die korrekte Schreibung des Wortstammes gewesen zu sein wie hier:
Die Csizmen werden auf ähnliche Art wie die Cavallerie-Stiefel erzeugt.
source: Vorschrift zur Adjustirung der Mannschaft der k.k. Armee (1840) -

Nicht sicher war man sich im Deutschen auch über das Genus der ungar. Schnürstiefel. Während Meyers Konversationslexikon von 1875 „die Zischme“ schrieb:
Sein Anzug besteht aus einem bloßen Hemd und langen. weißen Unterziehhosen vom grober Leinwand, Gatija genannt; [...] die Mitte des Leibes deckt ein mit blanken Knöpfen gezierter lederner Gurt und den Fuß die Zischme, eine Art von Schnürstiefel mit stark klirrenden Sporen.
source: Meyers Konversations-Lexicon, 3. Aufl., Bd.4 (1875)
, macht sie ein Übersetzer aus dem Ungarischen maskulin:
ach, der Zischmen war ganz zernagt; von dem andern [...] waren nur die Sohlen sammt dem Sporn übrig geblieben.
source: Bendegucz, Gyula Kolompos und Pista Kurtaforint, eine Donquixottiade nach der neuesten Mode (1841)

Koschutnig 15.09.2016


Wer wollte dem Schuhmacher, dem Schneider bei Verfertigung von goldgestickten Czischmen, Stiefeletten, Sandalen, Uniformen, Gallakleidern, Schabraken c. die Verwendung von Goldstickergehilfen verbieten ?
source: Ferd. Wilfing, Grundzüge zur Regulirung des österr. Gewerbewesens (1852)
Der Sonntagsputz der slovakischen Burschen, die uns begegneten, bestand in einem eng anschließenden Beinkleid, einem schneeweißen Hemde mit weiten Ärmeln, einer bunten und sehr kurzen Jacke, ungarischen Czischmen und runden Hüten mit Blumen und Bändern viel geschmückt.
source: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, Band 3 (1869)

Außer Kraft getretene Privilegien: [...]
Stephan Oldál, auf die Erfindung einer Maschine, womit die Bauern-Czischmen leicht, schnell und ohne Nachtheil für das Erzeugniß gewendet werden können. Vom 6. August 1858, ungiltig vom 6. August 1863. Durch Zeitablauf erloschen.
source: Bote für Tirol und Vorarlberg (1864)

Koschutnig 15.09.2016


Die Fußbedeckung besteht sowohl bei Männern als Frauen in Czischmen (Ung. Stiefeln). Die der Männer haben statt der Absätze einen über 1/2 Zoll hohen, hufeisenartigen Beschlag aus Eisen und die der Frauen und Mädchen hohe mit rothem Leder überzogene Stöckelabsätze
source: Gregor Wolny, Die Markgrafschaft Mähren (1836)
Der Slovak trägt ein rothes oder blaues enges Beinkleid, Czischmen , ein Hemd mit weiten Ärmel», darüber ein seidenes gesticktes offene« Wamms. Der runde Hut ist sehr flach und hat fast keinen Rand; er ist mit Bändern und Blumen reich verziert.
source: Adolph Schmidt, Wien's Umgebungen auf 20 Stunden im Umkreise (1838)

Koschutnig 15.09.2016





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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