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Gratelzieher, Grattenzieher, Krattenzieher

der,
[ gratl- / grɔtn-ziɐgɐ, - ziɐxɐ ]

Landfahrer, Tiroler Jenische


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Umgangssprache
Tags: tirolerisch
Kategorie: Arbeitswelt Veraltet, Historisch Schimpfworte - liebevoll bis leicht
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 17.07.2016
Bekanntheit: 0%  
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Kommentare (2)


Der Gratelziecher, Grattler: Karrenzieher, die Obst and anderes auf ihrem Karren, woran oft die ganze Familie sammt Esel zieht und schiebt, ins Ausland führen
Da sind die ersten „gratelzieher hier ankommen, um 'das getraith hinaus zu führen
source: Joh. Bap. Schöpf
die „Dörcher" oder „Laniger“ […] ; vom Volk werden sie auch schlechtweg „Kärner“ oder „Gratelzieher“ genannt. Sie sind die Zigeuner Tirols.
source: Ludwig v. Hörmann, "Die Dörcher" (1870)
Ihr ständiger Begleiter auf diesen Zügen ist, wie schon der Name „Gratelzieher“ andeutet, ein rohgearbeiteter zweirädriger Karren (Graten) mit einer Doppeldeichsel. Er wird von den Leuten selbst gezogen.
source: Eduard Amthor, „Der Alpenfreund“(1870)
Die Krattenzieher oder Krattler waren meist »Tyroler, die gewöhnlich in Gesellschaft ihrer ganzen Familie kleine Karren voll Obst, Kreide etc. zum Verhandeln nach Bayern ziehen und für den Rückweg Hafnergeschirr zu laden pflegen«.
source: Thomas Grasberger, Flins. Das Geld des Südens (2015)

Koschutnig 17.07.2016


Wer kennt das Liadl?
Und zun Grattnziagn is' s ma z'kotig
Strophen: 4, Stimmen: 2
source: Verbund der Volksliedwerke Österreichs und Südtirols

Koschutnig 17.07.2016





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Urbanes Wörterbuch Alooha Der Scrum Master