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Valisführer, Valesführer


[ wálɘs- ]

Transporteure der Brauttruhe


Wortart: Substantiv
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Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 27.04.2013
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• «Es ist Sitte im Möllthale, dass die Braut von ihren Angehörigen einen gewaltigen mit Arabesken und Fantasieblumen bunt bemalten Kasten (Valis), worin sich Wäsche und Kleidungsstücke befinden, zur Aussteuer erhält. Dieser Kasten wird von kräftigen Burschen, die man Valisführer nennt, unter Jubel und Gesang an den vor dem Hausthore harrenden Schlitten hinausgetragen, um ihn sicher und wohlbehalten in die Behausung des Bräutigams zu befördern. »
• (Dieter Dünninger: „Wegsperre und Lösung. Formen und Motive eines dörflichen Hochzeitsbrauches. Ein Beitrag zur rechtlich-volkskundlichen Brauchtumsforschung“, Schriften zur Volksforschung, Bd. 2, Berlin 1967, S. 152) Das geht nicht immer glatt, denn da lauern Valisknapper:
• «Zur gegebenen Zeit […] kommen nun die „Valisführer" daher. Auf einem Schlitten, den ein Ross zieht, thront ein großer bemalter Bauernkasten [... ] Ein tüchtiger, mit Esswaren und Enzianflaschen ausgestatteter Korb für die „Valisführer" liegt ebenfalls auf dem Wagen. […] Die „Valisführer“ erlegen den „Mautpreis“» (Viktor Ritter von Geramb: „Deutsches Brauchtum in Österreich. Ein Buch zur Kenntnis und zur Pflege guter Sitten und Bräuche“, Alpenland-Buchhandlung Südmark, Graz 1924, S. 122)oder•
« Der Zug [...] gelangt bis zur Klause: dieses ist eine Wegsperre für den Wagen, auf dem sich der Valis befindet. [...] Ein Valisführer weckt den schlummernden Hauptmann, und verlangt von ihm die Oeffnung des Weges, und den Durchzug mit dem Schatze der Braut. Der trotzige Hauptmann widersetzt sich dies zu thun , …» (Kärntnerische Zeitschrift, hg. v. Johann Gottfried Kumpf, Jg. Bd 8/1835, S. 60)oder:
Koschutnig 27.04.2013


Schreibung "Vales":
* «Die „Valesführer" bilden einen eigenen Tisch; sie haben die Aufgabe, den „Vales" (den bunt bemalten Brautkasten) in der Nacht, bei grellem Buchtelschein in das Haus des Bräutigams zu überführen. Ein tüchtiger, mit Proviant und Enzianflaschen beschwerter Korb, die Valesführerjause, wird ihnen mit auf den Weg gegeben.

An der Grenze der Ortschaft wird eine [...] Mauthschranke errichtet, wo der Vale sangehalten und ein dramatischer Schwank abgespielt wird. Nach diesem […]Schauspiele[…] öffnen sich die Schranken und die "Valesführerziehen [...] mit dem Brautputze weiter.» Franz Franzisci: "Eine Hochzeit im Möll-Thale. Aus dem kärntischen Volksleben". In: Carinthia 59/ 1869, S.14
Koschutnig 27.04.2013





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