Kommentare (4)
Über den Lichtgang in alten Hofhäusern...
...gelangt man trockenen Fußes (durch den Innenhof) von der Stube in den Stall.Das vor's Gebäude ragende Dach bildet einen überdachten Gang (heute oft beleuchtet).
Dort machen sich's auch oft die Schwalben vor Regen geschützt in ihren Nestern gemütlich.Vergleichbar auch mit Arkadengängen in alten burgenländischen Bauernhäusern.
Übersetzung ist mir keine bessere eingefallen.Vorschläge jederzeit willkommen.
biba 17.09.2012
Ein solcher „Lichtgang“ ist das wohl
in einem revitaliserten Mostviertler Vierkanthof.
3. Bild von unten -
http://www.noe-gestalten.at/ZNDperwarth_1247/ZNDperwarth_1247.html Der Text dazu:
“Hof: Der Hof wurde in seiner Grundfläche beibehalten und durch ein Terrassendeck und eine neue Pflasterung wohnlich gestaltet.
Der alte schadhafte "Lichtgang" wurde wieder neu errichtet.“ Aus: Broschüre „NÖ gestalten“,
Nr. 134 (Nov. 2011)
Koschutnig 17.09.2012
Ein wenig anders
sieht der „Lichtgang“ in einem revialiserten oö. Vierkanthof bei Wels aus, den eine Wiener Architektin gestaltet hat - s. Foto:
http://www.freimueller-soellinger.at/project.php?id=1327 Immerhin aber ist auch er ein Architekturelement und hat nichts mit den deutschen Bräuchen in Baden-Württemberg zu tun, die man dort unter „Lichtgang“ versteht:
„ Als es in den Schwarzwaldtälern noch nicht auf jedem Hof elektrisches Licht gab, ging man entweder früh zu Bett oder verabredete sich zum
Lichtgang.“ (schwarzwald-tourismus);
„Beim
Lichtgangtrafen sich Nachbarn oder Verwandte reihum in ihrer guten Stube, um sich bei Handarbeit im Kerzenschein, einem guten Glas Most und Selbstgebackenem mit neuen oder alten Geschichten, Erzählungen, Anekdoten zu unterhalten.“ (Badische Zeitung);
„ein '
Lichtgang' (Spinnstubenabend) mit den Nachbarn“ (Vollmersmühle.de);
„
Lichtgang auf den Fohrenbühl zum Abschluss des Wanderjahres ” (Schwarzwaldverein Schramberg;
)
Ebenfalls aus dem Badischen findet sich 1898 jedoch auch ein architektonischer „Lichtgang“ in der Beschreibung der richtig luxuriösen Wohlfühl-„Central-Strafanstalt“ - „Jede Zelle enthält ein Wassercloset“ - im einst vorderösterreichischen Freiburg im Breisgau:
Den einzigen Zugang, der zu der Anstalt führt, bildet der architectonisch bevorzugte Thorbau. Auf diesen folgt, mit ihm durch einen seitwärts abgeschlossenen, aber nicht gedeckten Gang verbunden, der Eingangsbau mit dem Krankenhause, an den sich unmittelbar der Verwaltungsbau mit der Anstaltskirche anschliesst. Durch einen Lichtgang getrennt, folgt nunmehr das eigentliche Gefängniss mit dem Centralbau, von welchem aus sich die vier Zellenflügel strahlenförmig erstrecken. http://de.wikisource.org/wiki/Die_Grossh._Central-StrafanstaltEin solcher Lichtgang wird wohl auch bei einem Leipziger Gebäude aus der Gründerzeit vorhanden gewesen sein:
„Der ehemalige Lichtgang und der angrenzende Wintergarten (überdachter Kellergang) wurden neu errichtet.“ http://www.architekturbuero-hkp.de/werkstatt.html Abgebildet ist ein „
Lichtgang“ in einem Schulzentrum in BW hier:
http://www.rshardheim.de/lage-und-gebaeude/index.html Koschutnig 17.09.2012
vgl. dazu "Läb" oder auch die burgenländische "Gredn"
"Läb":
http://www.wermsdorf-altvater.de/kueffel/geschichten10.htm"Gredn"
http://www.burgenlaender.com/BG/Zeitung/1994/332/damals332.html http://www.freilichtmuseum.at/it/von-haus-und-hof-mainmenu-8/wr-a-sachen-mainmenu-47/161-grednDas war und ist bei uns der "Liachtgaung"
biba 18.09.2012