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Trettn

die,
[ die Trettn ]

Säulengang beim Weinviertler Hakenhof


Wortart: Substantiv
Kategorie: Arbeitswelt Veraltet, Historisch
Erstellt von: Weinviertlerfoerster
Erstellt am: 06.07.2010
Bekanntheit: 50%  
Bewertungen: 2 0

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Kommentare (5)


Beim Weinviertler Hakenhof
ist die Trettn die Verbindung vom Haus zu den Stallungen. Auf der freien Seite, gegenüber den Ställen, befindet sich meist der Misthaufen und am Ende der Trettn der Abort.
Original aus der ´Übersetzung´ herausgenommen
JoDo 08.07.2010


Siehe auch den Bericht in:
der Weinviertler Museumsdorf Zeitung Niedersulz
Ausgabe 3, September 2000
Der Doppelhakenhof aus Wultendorf
http://members.aon.at/ami/museum/museum.htm
JoDo 08.07.2010


Trettn- Gröhrn
Mir ist die Trettn nur als "Gröhrn" bekannt.
Brodi 08.07.2010


Dazu fällt mir nur
´In der Gröhr´ und ´Gröhrmühlgasse´ (dortselbst ein namhaftes BRG), beides in Wiener Neustadt, ein.
Wieweit das in etymologischem Zusammenhang zu ´Trettn´ steht, muss ich mir noch anschauen.
http://tinyurl.com/39rzzju
JoDo 09.07.2010


Gottfrie Helnwein
ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE
...Geweckt wurde ich jeden Morgen um 5 Uhr von einem Konzert aus unzähligen Tierstimmen, die sich mit dem Angelusläuten zu einem gewaltigen, brausenden Klangkörper vereinigten.
Das Grunzen, Krähen, Gackern, Muhen, Miauen, Wiehern, Blöcken und Bellen riss mich aus dem Schlaf und erfüllte mich jedesmal mit unbeschreiblichem Jubel. Ich sprang aus dem Bett und stürmte im Nachthemd aus der Stube mit ihren schweren tiefhängenden Deckenbalken und dem grünen Kachelofen, hinaus auf die Trettn(1) und ins Freie.
Es war Fütterungszeit und alles war in höchster Aufregung.




Anm.1: Trettn =
Arkaden eines niederösterreichen Bauernhofes, die dem Stallungstrakt vorgelagert sind. Die weitgezogenen Korbbögen und die schlanken Säulen mit Sockel und Deckplatte verleihen dem Innenhof eine an Schloßhöfe erinnernde Eleganz. Nicht zu unrecht ist die Trettn als der "adelige Teil" des Bauernhauses bezeichnet worden. Dabei ist die Trettn durch hohe Funktionalität ausgezeichnet: Sie ist nicht nur ein überdachter Zugang zu Stallung und Abort, der üblicherweise beim Misthof gelegen ist, sondern auch Arbeitsplatz für Tätigkeiten, die man nicht im Haus, aber doch unter Dach verrichten wollte. Die elegante Form der Säulentrettn ist offensichtlich in der Gegend rund um Staatz besonders häufig anzutreffen.
Aus Karl Hohenlohe: "Kinderösterreich.
Erinnerungen an die Kindheit in Niederösterreich"
http://www.gottfried-helnwein.at/country/austria_special/artikel_3104.html
Koschutnig 11.07.2010





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich verwendeten sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig. Für Studenten in Österreich, gibt es eine Testsimulation für den Aufnahmetest Psychologie.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Betonung entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden aus nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Vokabulars alles rund um die Küche.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Eingang in die Schriftsprache.