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decht, dechter



doch, wohl, wirklich


Wortart: Adverb
Gebrauch: Dialekt
Tags: Tirol,Kärnten
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 08.08.2009
Bekanntheit: 60%  
Bewertungen: 2 3

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Kommentare (3)


2. Aug. 2014: Was mag wohl im Kopf jener Person vorgehen, die beide Kommentare mit Nutzungsbeispielen zu einem solchen Dialekt- Eintrag (wie so viele andere meiner Kommentare) einfach gelöscht hat?

"decht(er)ist bes. häufig in der Phrase "decht(er) nit" ( 'doch wirklich nicht'):

* „Aber du kannst mi dechter nit alloan da lass'n." -„I kimm g'schwind wieder z'ruck. Wir Alten haben die gröberen Fäuste. Wir derpackens schon." „Bleib, Vater, i bitt di, bleib! " (Aus: Der Schlern 59)

* «...kömmst du nit, . . no so nimm i an, daß — du weitergang'n bist, und i geh meiner Wege. ... Denn du mit dein wehig'n Fueß find'st ihn alloan ja dechter nit.» ( Franz Anton Helmer, Der Roman eines Strolches aus den hinterlassenen Papieren eines Arztes)

* «.. ober der Pfarrer. dear siecht's halt decht nit röcht gearn.» ( Aus "Weihnachten. Zwei Idyllen im Dialekte der Axamer, Allgemeiner National-Kalender für Tirol und Vorarlberg 1821)
Koschutnig 08.08.2009


2.8.14: Auch die uspr. hier stehenden Beispiele für den Eintrag sind weg!

Sir John Retcliffe (Pseudonym des Schlesiers Hermann Gödsche, 1815-1878) in seinem historisch-politischen "Roman aus der Gegenwart" "Magenta und Solferino" aus dem österreichisch-italienischen Krieg:
A Böswicht seid Oes, ... Der liebe Herrgott hat wegen Enk Unglück geschickt über uns Alle, und dechter seid Oes boshaftig und führt a frevel Gered
source: John Retcliffe. "Magenta und Solferino" (1864)

Oder zur selben Zeit aus Kärnten:
Diendl mueßt nit traurig sein,
Wann i nit kimm,
Du bist ja wohl dechter mein,
Kennst ja mein Sinn.
source: Pogatschnigg & Hermann, Deutsche Volks-Lieder aus Kärnten (1871)

Koschutnig 08.08.2009


"decht" wird auch für "echt" benützt.
Nick247831 16.12.2016





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Urbanes Wörterbuch Der NLP Master Alooha