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Schmalzbettler


[ Schmolzbettla ]

ungepflegter Mensch


Wortart: Substantiv
Referenz: 0
Besser: 0
Kategorie: Schimpfworte - deutlich
Erstellt von: eska
Erstellt am: 17.12.2008
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 1 2

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Kommentare (6)


Zwischen Kriegszeit 1920 -1938
Arbeitslose, Hungernde, die in den Dörfern um Schmalz- Fett gebettelt haben
Fridolin 15.02.2009


Warum negativ beurteilt?
Bei den Beurteilungen steht: "Es geht hier nicht darum ob das Wort positiv, negativ, anstössig oder was auch immer ist, sondern darum ob das Wort so geschrieben wird (Qualität) und ob man es kennt (Bekanntheit)."
eska 17.02.2009


Problem:
Möglicher Weise stimmt die Übersetzung insofern, als der Ausdruck auch in dieser übertragenen, abwertenden Bedeutung verwendet wird. Dann müssten beide Übersetzungen angeführt werden. Die historische (siehe kurze Netzrecherche) und die übertragene. ABER: anscheinend ist oder war das ein allgemeindeutscher Begriff, wie viele Ortsnamen (Schmalzbettlersteig etc.)und das Vorkommen als Fastnachtsfigur belegen. Damit würde er Eintrag leider herausfallen.
klaser 17.02.2009


"Schmalzbettler und Hungerknappen:
Sagen und andere seltsame Begebenheiten aus der Gegend von Schwaz, dem Silberbergwerk und rund um den Achensee"
von Wolfgang Ingenhaeff (Autor), Benno Meliss (Illustrator)
JoDo 03.10.2014


im Saarland hat(te) es laut Grimm'schem Wb eine ganz andere Bedeutung, nämlich "Schmeichler, charakterloser Zwischenträger, Verräter"

Ähnlich in Luxemburg: »Der vom Pfarrer von Uffing in der Gegend des Staffelsees in Süddeutschland zum Schmalzeinsammeln für die dortige Kirche geschickte Mann wurde Schmalzbettler genannt« (Georg Rückert, „Alte kirchliche Opfergebräuche im westlichen bayerischen Voralpenland“, in: Volk und Volkstum, Bd. 1, S. 265).
Diese Bezeichnung gilt noch heute in Luxemburg für kriecherische Erschleicher von Begünstigungen.« (Joseph Hess, „Altluxemburger Denkwürdigkeiten“, 1960)
Koschutnig 03.10.2014


Abraham a Santa Clara: »Nichts Nichts Ungeformteres kann seyn, als wann eine Obrigkeit über die geringsten Fehler der Untergebenen sich ergrimmet, die Augen aufreißet, als hätte sie ein halb Dutzet Holzäpffel gefressen ; die Stirn zusammen runzelt, wie ein Hackbrettel; die Nasen rumpfet wie ein Ketten-Hund, wann er einen Schmalz-Bettler erblicket... « („Huy! und Pfuy! der Welt!“, Wien 1826)

* Hundsgemeine gailtalerische „Zurückweisung der Liebeswerbung“ :
I mag mi net scher'n,
I mag mi net gran,
Affer liebar a's di hab'n
Will i schmalzbetteln gan.
(Pogatschnigg und Herrmann: Deutsche Volks-Lieder aus Kärnten, 1869, Nr. 400)
Koschutnig 03.10.2014





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