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Mentscherkammer

die, n.gebr., -n

Mägdezimmer im Bauernhaus


Wortart: Substantiv
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 22.10.2008
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Kommentare (3)


das Mensch / Mentsch im Singular
oft fast so verächtlich wie im Standarddeutschen,
im Plural (Mentscher)hingegen wertneutral, z.B. die Men(t)scherkammer = Mädchen-/Mägdezimmer
“Ist das Christkind auch zu euch gekommen?“ Die Mutter: „Nein, das kommt nur zu denen, die was haben!“ Da hat sie mich bei der Hand gehalten in der Mentscherkammer und hat so viel geplärrt!
source: Auf 1991. Frauen am Land
Es ist ein neues Patent herausgekommen, daß sich kein Bub' untersteht und in die Mentscherkammer geht; und wenn er schon glaubt, er m u ß gehn, so soll es mit großer Vorsicht geschehn
source: Peter Rosegger, Sittenbilder aus dem steierischen Oberlande (1876)
Die Dirnen haben in der „Mentscherkammer" geschlafen: Die haben neben der Stube von den Herrenleuten so ein schmales Kammerl gehabt.
source: Johann Schmid, Daheimbleiben hab' ich nicht können. Das Leben eines Waldviertlers als Halterbub … (1994)

Koschutnig 22.10.2008


zu Mentscherkammer
Das sagten meine Großeltern immer: "Es is a Jammer in der Mentscherkammer". Ob die Mädchen zumindest in dieser Epoche die schwerer Erziehbaren waren? Vermutlich galten halbwüchsige Mädchen als unverschämter, wenn sie sich dasselbe erlaubten wie gleichaltrige Buben. Aber das kann ich nicht mehr rekonstruieren.
Brezi 22.10.2008


Früher erhielten die Burschen in der Mentscherkammer Schnaps aufgewartet. Ist der Lärm in der Kammer zu groß, so kommt der Bauer oder die Bäuerin und 'jagt' die Burschen 'aus'.
source: Karl Robert Villehad Wikman, Die Einleitung der Ehe (1937)
.
Die kleinen, vergitterten Fenster zur Mentscherkammer ließen nämlich den Liebhaber nicht durch. Deshalb fand das Rendezvous im Stall und in der Scheune statt
source: Antonie Dick, Innviertler Zechen (1983)

Koschutnig 12.05.2015





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich verwendeten sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig. Die Seite unterstützt auch Studenten in Österreich, insbesondere für den Aufnahmetest Psychologie und den MedAT für das Medizinstudium.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Betonung entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden aus nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Vokabulars alles rund um die Küche.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Eingang in die Schriftsprache.