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Schragen

der, nicht gebr, -1
[ šrågn ]

dürre (weibliche) Person


Wortart: Substantiv
Kategorie: Zwischenmenschliches Humorige Bezeichnungen Schimpfworte - deutlich
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 22.10.2008
Bekanntheit: 0%  
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schirgen
+4 

Kommentare (3)



Meli 15.11.2008


Neben den versch. anderen Bedeutungen, die „Schragen“ hat oder hatte - ein „Bock“, also ein Gestell aus kreuzweise verbundenen Pfosten oder Latten, das Andreaskreuz, eine Maßeinheit für Holz, die Zunftsatzung - ist’s in weiten Teilen Österreichs auch eine lieblose Beschreibung einer nicht rundlichen Frauensperson zumeist fortgeschrittenen Alters („alter Schragen“). vgl. Retti http://tinyurl.com/luxc95t
Als
„ knochige Frau
source: Wolfgang Teuschl, Wiener Dialektlexikon (2013)
definiert das Wiener Dialekt-Lexikon einen "Schragen", doch Peter Rosegger (wie Wilhelm Busch) gebrauchte den "Schragen" auch für Mannsbilder, etwa 2 x im "Gottsucher" von 1883:
Den stundenlangen Weg bis zur Rabenkirch ihn zu tragen, hatten sie keine Lust; das Geld schloß der Alte in der Faust, so sagte einer: "Das Nest wissen wir, das Geld wollen wir. Ein krüppelhafter Schragen ist er. Schlagen wir ihn todt."
source: Peter Rosegger, "Der Gottsucher" (1883)
"Alter Schragen," rief ihm einmal der Sandhock zu, "Du sagst meine Gedanken."
source: Rosegger, "Der Gottsucher"


Wilhelm Busch ("Summa summarum") überträgt das Bild des hölzernen Schragens jedoch auf einen Mann:
Sag, wie wär es, alter Schragen,
Wenn du mal die Brille putztest,
Um ein wenig nachzuschlagen,
Wie du deine Zeit benutztest.

s.a.Schragn (schiacha) hässliche Frau
Koschutnig 27.07.2014





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich verwendeten sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert den Wortschatz der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig. Für Studenten in Österreich, gibt es eine Testsimulation für den Aufnahmetest Psychologie.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Betonung entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden aus nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Vokabulars alles rund um die Küche.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Eingang in die Schriftsprache.