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Hittrach, Hüttrach, der/das

der, -s, nicht üblich, keine

Hüttenrauch, Arsen(ik)


Wortart: Substantiv
Referenz: 0
Besser: 0
Kategorie: Essen und Trinken Natur Zwischenmenschliches Veraltet, Historisch
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 16.05.2008
Bekanntheit: 87%  
Bewertungen: 3 5

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Kommentare (4)


Hüttrach= Hüttenrauch
Qualtinger-Merz: "Die Ahndlvertilgung":
"Der Tiroler ist lustig, der Tiroler ist froh, er hat in seiner blitzsauberen Küche stets Arsen, im Volksmund >Hüttrach< genannt, vorrätig."
War auch in Kärnten beliebt - und nicht nur als Mäusegift und gegen Küchenschaben: Eva Faschaunerin wurde wegen auf der Folter eingestandenen Gattenmordes mittels Hüttrach 1773 in Gmünd i. K. enthauptet - als letztes österr. Folteropfer.
Koschutnig 16.05.2008


Arsen
Toll, wie ich zur Hüttrach-Kontrollsuche
'D-Ö' "Arsen" eingebe, kommt "pfurzen"!
Koschutnig 16.05.2008


"ESSEN UND TRINKEN"
als Kategorie ist guuuuut!!!

Außer zur Ahndlvertilgung nutzte man das Hittrach auch als Vorläufer des Dopings bei Mensch
und Tier. Unlautere Roßtäuscher rieben das Zahnfleisch der Pferde damit ein, die so kurzfristig
mehr Feuer ausstrahlten, als tatsächlich vorhanden war. Auch beim Menschen ergab eine sol-
che Behandlung eine kurzfristige Leistungssteigerung.

Gewonnen wurde das Hittrach aus den Rußrückständen im Kamin, woher auch der Namen stammt.
albertusmagnus 22.01.2010


Hittrach
wurde vom 14. Jh. bis 1884 im Muhrer Arsenikwerk in Rotgülden im Salzburger Murwinkel gewonnen, das seinerzeit das größte Bergbauunternehmen seiner Art in der Monarchie war ( 48000 kg in 1872).

Aus dem Arsenkies wurde im Hüttwerk ("Gifthütte") weißes Arsenik ("Hüttenrauch") gewonnen.
Das beim "Röstprozess" entstandene Schwefeldioxyd verfärbte den Pflanzenbewuchs der Umgebung rötlich-braun, sodass die "Hütte" später nur mehr von Oktober bis April, solange der Boden von einer festen Schneedecke überzogen war, betrieben werden durfte.
Arsenik wurde in der Heilkunde, zur Leder- und Glaserzeugung (bes. fürs venezianische Muranoglas) und als Schädlingsbekämpfungsmittel gebraucht, nicht selten aber diente als der Hittrach als frühes Dopingmittel geschätzt. In kleinsten Mengen genossen, hatte Arsenik eine stärkende und belebende Wirkung. Viele Bergknappen nahmen Hittrach regelmäßig ein, Pferdehändler (" Rosstäuscher") behandelten ihre Pferde damit und auch den Saumtieren wurde es zur Leistungssteigerung der Nahrung begegeben.
http://www.vs-muhr.salzburg.at/html/gemeindehistorisches.htm
Koschutnig 24.03.2014





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