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das Telefon schnappt ab



die Verbindung wird ohne Zutun der Gesprächsteilnehmer getrennt


Wortart: Wendung
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Erstellt von: Brezi
Erstellt am: 13.01.2008
Bekanntheit: 75%  
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Kommentare (3)


Das Abschnappen war bis Ende der 1960er
das tägliche Los der vielen, die vom 'Hüttl' aus telefonieren mussten, weil sie zuhause keinen eigenen Anschluss hatten. Damals akzeptieren die öffentlichen Fernsprecher auschließlich Einschillingmünzen und ein Nachwerfen war nicht möglich. Daher kam es, wenn die drei Minuten, die man für einen Schilling bekam, um waren und der weiße Zeiger der halbkreisförmigen, tickenden Uhr den rechten Rand erreichte, regelmäßig zu dem unerbittlichen Knackser, und wer noch nicht alles gesagt hatte, musste alles von vorne beginnen: Münze einwerfen, wählen und nach Melden der "Gegenstation" den Zahlknopf drücken. Der Zahlknopf war dazu da, dass der Schilling erst verbraucht war, wenn man wusste, dass man richtig verbunden war. Drückte man nicht, konnte man den Schilling wieder dem Apparat entnehmen. Solange man aber nicht drückte, konnte einen der andere nicht hören. Heute, wenn die Mobilanbieter allesamt Tarife mit unbegrenzten Freiminuten anbieten und manche nur deshalb jemanden anrufen, weil es nichts kostet (sic!) und Millionen überbeschäftigte Handymasten die Strombilanz unseres Landes verschlechtern (bis es einmal ganz finster wird), fragt man sich, ob die "Fasse-Dich-Kurz-Zeit" nicht doch auch ihre guten Seiten hatte. Zumindest gab es damals mehr gemütliche Gespräche bei Kaffee und Kuchen. So schwer erreichbar sein wie damals möchte ich aber ehrlich gestanden auch nicht mehr. Wie immer rufe ich: "Wo bleibt das Mittelmaß?".
Brezi 13.01.2008


also Moment mal, Strombilanz?
Dir ist wohl nicht klar wie gering die Sendeleistungen im GSM Betrieb sind.
Rein theoretisch kann (bei GSM 900) ein Handy mit 2W PEP senden, das wird aber nie erreicht weil ja der Akku gleich leer wäre.
Aber auch viele sogenannte "Handy Maste" (BSS) senden im milliwattbereich oder max. mit ein waar Watt PEP, zudem wird die Leistung ja dauernd angepasst.
Vergleiche :
Ein stinknormaler Fernsehsender (bevor es Digitalfernsehen gab) sendete mit mindestens 100 kW (also mindestens hundet tausend Watt)
Dauerleistung, um überhaupt vernünftig ein Stadtgebiet abdecken zu können!
Also ich glaube darum müssen wir uns wirklich nicht sorgen!

Aber nun zum Abschnappen:
Den besagten Apparat im "Hüttl" kenne ich noch ganz dunkel als kleines Kind, bis mitte der 70er stand zB noch so ein Ding in der Kleingartenanlage am Wolfersberg.

Ich kenne Abschnappen aber auch noch in Zsg mit den Viertel-Anschlüssen.

Manchmal schaltete eines der Relais in dem weißen Kasten an der Wand und das Gespräch wurde unerwartet beendet.

Hingegen wenn ein Teilnehmer aufgelegt hat, der andere aber noch nicht, dann erklang aus dem Kelaiskasten auch ein typisches Abschnappgeräusch.
:-)
rolandschweiger 16.01.2008


@rolandschweiger zur E-Energiebilanz:
Das beruhigt mich einigermaßen. Für überzeugende Argumente und klarstellende Informationen bin ich immer zugänglich. Bin schließlich kein Politiker. Rechnen wir also noch einmal: Der ORF versorgt über die Sender am Kahlenberg vielleicht 2 Millionen Menschen mit 6 Programmen. Macht 600 Kilowatt. Nimmt man an, dass von den 2 Millionen 800 000 ein Handy haben und damit durchschnittlich 500 Minuten im Monat telefonieren, heißt das, zur selben Zeit ist ca. 1% (also 8000 Handys mit - sagen wir - 0,5 W PEP) und je ein Mast (mit gleicher Leistung) in Betrieb, macht 8 kW PEP, also wirklich deutlich weniger. Dazu Frage: wie wird die Funkstrecke zwischen den Masten unmittelbar bei den Telefonierern unterhalten? Über eine Relaisfunkstrecke oder kabelgebunden? Kabelgebunden wäre natürlich energiesparender, ist aber wohl nur schwer zu erreichen, da von jeder Zelle zu allen unmittelbaren Nachbarn ein unterirdisches Kabel verlaufen müsste.

Zum Schnappen des quadratischen Kastls, das alle Viertelteilnehmer hatten: es gab verschiedene Geräusche von sich, die ich als aufgewecktes, neugieriges Kind bald "entschlüsseln" konnte: vor einem eingehenden Anruf knackste es anders als wenn ein anderer Viertelteilnehmer angerufen wurde. Beim "Rausrufen" schnackelte das Relais 2 bis 5 Mal (je nach Endziffer des Anschlusses). Und beim Auflegen (oder ungewollten Abschnapen) gab es ein müdes schlagendes Geräusch.
Brezi 18.01.2008





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