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Ein Burd Hadern


[ A Buad Hodan ]

Ein Lumpenpack


Wortart: Wendung
Kategorie: Zwischenmenschliches
Erstellt von: JoDo
Erstellt am: 18.07.2007
Bekanntheit: 70%  
Bewertungen: 3 1

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Kommentare (8)


kenne diesen Ausdruck leider nicht.
Meli 19.07.2007


mir eher bekannt als:
ein Bund Hadern; z.B.: "Also wissen's mein Herr, die Politiker - alles ein Bund Hadern!"
Halawachl 15.01.2008


Kenne ich genau so: A buad hodan
wien 23
daPeda 07.12.2012


stanta peda schreibt daPeda:
dass a´s Wuat gråd aso kend
ob a´s åba a bewert´ am End?
JoDo 08.12.2012


Das kommt nicht von Bund o.ä. sondern von der Butte des Lumpensammlers (Hadernsammler). Und bedeutet eher "alle vom gleichen Schlag", meist eher negativ konotiert
User29043M87 03.07.2019


Der „Burt Hadern“ in der Bedeutung „alles eins“ findet sich auch schon im „Bulhaubndeifl“ (!)- Gedicht des oö. Paters Leopold Koplhuber (1763-1826) :
„Und zreißt's dá dei Pladern,
'As is á Burt Hadern“ ]/quote]
Im „Wiener Schul-Kalender für 1862“ mit einer langen Liste von Redensarten „aus dem Munde des Volkes in NÖ“ wird zwar die Wendung, nicht aber „Burt“ erklärt:
[quote: Wiener Schul-Kalender (1862): https://tinyurl.com/y3q29t2z] 252. Ist Ein' Burt Hadern (ist eins wie das andere).
source: Quellen und Forschungen zur dt. Volkskunde 6, 1908
. Die Sprachwissenschaft aber hat geklärt, was sich bei den Hadern etwa in Th. Hocks „Schönem Blumenfeldt“ von 1601 findet:
Ein jeder maint gerecht zu sein, Vnd ist doch ein Puert Hadern fein.
Puert = Bürde
source: ZfdA Jg. 69/70 (1932)
Die genannte „Bürde“ war ja im Forum bereits 2007 aufgetaucht!
Lanquart 04.07.2019


400 Jahre Lumpenpack:

Im erwähnten „Schönen Blumenfeldt“ von Theobald Hock von 1601 ("Ein jeder maint gerecht zu sein, Vnd ist doch ein Puert Hadern fein") bedeutet die „Bürde Hadern“ allerdings bereits das Lumpenpack, so wie dies JoDo im Eintrag gesagt hat.
In der Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur (ZfdA) wird in den Anmerkungen ja nicht nur „puert“ als Bürde erklärt, es steht ja auch:
Ein Puert Hadern 'ein Lumpenpack'
source: ZfdA Jg. 69/70 (1932)

Lupina 05.07.2019


vgl. die erweiterte Wendung Binkelburd Hadern, Binkel Burd Ha̲dern
Lupina 21.08.2019





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Bairisch Die Technikwerker ÖDV NLP