Thema: meinig, deinig, seinig, usw. - allgemeindeutsch?

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meinig, deinig, seinig, usw. - allgemeindeutsch?
07.09.2012 von biba

meinig, deinig, seinig, usw. - allgemeindeutsch?
07.09.2012 von biba

Eine Frage an unsere Spezialisten:

"De Meinige" - im Sinne von "meine Frau"
"Der Deinige" - im Sinne von "dein Mann" usw.
"Is des deinigs?" = "Ist das deines?" oder "Ist das das Deinige?" oder "Gehört das Dir?"

Wären diese besitzanzeigende Fürwörter mit der Endung -ig allgemeindeutsch oder eher nur im süddeutschen Sprachraum verbreitet?

Danke,
LG, biba

Re: meinig, deinig, seinig, usw. - allgemeindeutsch?
07.09.2012 von Koschutnig

Duden Online enthält "meinige" und "deinige" ohne Angabe von regional oder landschaftlich, aber "Häufigkeit: selten"

Possessivpronomen; immer mit Artikel
Bedeutung: der, die, das meine/Meine; deine/Deine
Beispiele:
• ich werde das Meinige/das meinige (mein Teil) dazu beitragen
• sie wird die Meinige/die meinige (meine Frau)

• Wessen Garten ist das? Ist es der deinige?;
• grüße die Deinigen oder die deinigen (deine Angehörigen);
• du musst das Deinige / das deinige tun


Auch DWDS (das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache im 20. Jh. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wiss.) gibt das adjektivische Possessivum ohne Einschränkung an, sagt aber eigenartigerweise "Gebrauch: gehoben", während es bei uns doch eher ugs. wirkt, was man auch an den vielen Verwendungen bei den Bayern Ludwig Ganghofer und Lena Christ sieht.(s. http://retro.dwds.de/?woerterbuch=1&kompakt=1&... )

Zu "meinige": 249 lit. Beispiele - unter den ersten zehn hat nur die Hildegard Knef einen Österreich-Bezug (Slezak sagte: » Könntet ihr mir nicht berichten, warum ihr alle auf den Boden glotzt. Ich gehöre zum Spiegeleierclub und kann die meinigen nur im Spiegel betrachten, aus "Der geschenkte Gaul", Wien 1970) - und 350 Beispiele aus der Hamburger ZEIT - http://www.dwds.de/?qu=meinige&view=1

Zu "deinige":

deinige, der, die, das /Poss.pron./ geh. der deine,
das sind nicht unsere Sorgen, sondern die deinigen; du hast seine Sache zu der deinigen gemacht; wie geht es den Deinigen (deinen Angehörigen)?; hast du das Deinige (deinen Teil) in dieser Angelegenheit getan?; du musst das Deinige dazu beitragen

Da gibt's 14 Beispiele aus der ZEIT (die übrigen 13 sind Eigennamen) und 22 lit. Beispiele, viele bayrisch und österr., aber auch vom Deutsch-Balten Werner Bergengrün: "...von den deinigen zu hören. " "...daß du zu dem deinigen kommst." ("Der Grosstyrann und das Gericht", 1935) und vom Schweizer Schriftsteller und Kritiker Carl Spitteler: "... trägt fälschlich die deinigen." ("Imago", 1910)
http://www.dwds.de/?qu=deinige

zu "seinige" (ebenfalls "gehoben") hat die DWDS 245 lit. Beispiele und 201 aus der ZEIT...


Enttäuscht? Immerhin scheint im Gebrauch ein Nord-Süd-Unterschied zu existieren. Vllt. kann sich unser deutscher Compy dazu äußern, wie er's in Sachsen erlebt hat.


LG

K

Re: meinig, deinig, seinig, usw. - allgemeindeutsch?
07.09.2012 von JoDo

Noch was dazu:

Unsrige - Die Unsrigen - De Insrigen

http://[wort:386:reise]

Re: meinig, deinig, seinig, usw. - allgemeindeutsch?
10.09.2012 von biba

Ich danke euch für die Aufklärung!
Ihr seid halt doch die Spezialisten!
LG, biba

gemeindeutsch
15.10.2012 von System1

die Meinige

Du fragst nach dem Gebrauch dieses Nomens in den drei Standarddeutsch (at, ch, de). Es wird in allen drei verwendet und ist deshalb gemeindeutsch.


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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