Thema: Peitel

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Peitel
05.06.2006 von

Peitel
05.06.2006 von System1

Hey, weiss jemand, was "Peitel" heisst? Das ist wahrscheinlich ein Schimpfwort.
Vielen Dank im Voraus,
Zuza

Peitel
05.06.2006 von Colda

So ist es!

Ein "Peitl" (eher im ländlichen Raum) oder "Beidl" (meist in Wien) ist ein wertloser Mensch.

Das Wort ist also ein sehr abfälliger Ausdruck.

Re: Peitel
05.06.2006 von HeleneT

Hey, weiss jemand, was "Peitel" heisst? Das ist wahrscheinlich ein Schimpfwort.
Vielen Dank im Voraus,
Zuza


Grundsätzlich: Beutel

Als Schimpfwort, ein Mann der auf seine beiden Beutel reduziert ist, also jemand, der mit den Genitalien denkt, um es mal jugendfrei zu formulieren.

Es gibt da noch den Beidlschneider. Ursprünglich der "Halter", ein Mann im Dorf der den Stier, den Rammler, den Ziegenbock usw. gehalten hat, hat nicht jeder Bauer selbst gemacht, den die Viecherln stinken stark. Meistens war er auch zuständig für Hausschlachtungen von Großtieren wie Schweinen oder Rindern.
Dieser Halter hat aber auch Jungstiere, Eber & Co zeitgerecht entmannt, damit das Fleisch zum Verzehr geeignet war.
Daraus hat sich dann auch das Schimpfwort des Beidlschneiders entwickelt, also ein Mann der andere Männern ihrer Ehre und mehr beraubt.

Bevor ich es vergesse, natürlich gibt es dann auch noch den Huren-beidl. Der dürfte dann mit vorangegangenen Infos selbsterklärend sein.

Puuuhh... ganz schön anstrengend so seriös zu bleiben!

Stechbeitel S-Beitel gebogene Klinge Spezial-Beitel-Stahl
05.09.2007 von System1

Nicht vergessen, ein gebräuchliches Werkzeug dass es in vielen Variationen gibt - gucks Du..

http://www.hommel-seitz.at/(2t1g4p2dykhvuf55rc04il...)/shopHierarchie.aspx?C=1&G0=Spezialwerkzeuge
Holzbearbeitungs-Werkzeuge
Beitel
Hohlbeitel
Stechbeitel
Zimmermannsbeitel

Gruß


Zusatz: von JoDo: habe den link anders hingeschrieben, weil er die Breite meines Fensters gesprengt hat. nicht bös sein
vlG

06.09.2007 von Tauntawaschl

Der "Beidl" wird (zumindest in meiner Gegend) nicht nur für den "auf die Genitalien reduzierten Träger" verwendet, sondern auch auf die männlichen Genitalien selber, und zwar nicht für die Hoden, wie vom Ursprung (Beutel) her logisch wäre, sonden für den Penis.

Und der Beutelschneider ist nach dem mir bekannten Gebrauch nicht ein Tierhalter, sondern einer der dem Kastrationsgewerbe nachging (so wie auch der Sauschneider).

Beidl
06.09.2007 von Tauntawaschl

...zum "Beidl" fällt mir noch ein interessanter Spruch ein, der in meiner Gegend gebräuchlich ist... so sagt man zu einem extrem geizigen Menschen: ..."der läßt sich lieber eine Bluadbladern in den Beidl zwicken, bevor er einen Schilling auslässt"

10.09.2007 von klaser

Ich glaube, dass beim (ost-österreichischen?) Beidl ein Pallawatsch entstanden ist. Ohne jede Nachforschung: der Stechbeitel ist ein Handwerkzeug, und dass das in manchen Denkwelten zur Assoziation mit dem Penis führt, kommt mir plausibel vor. Weiters kann ich mir vorstellen, dass wegen der im Dialekt fast(!) identischen Aussprache Beutel-Beitel und auch wegen des Beutelschneiders eine Verwischung eingetreten ist. A propos Beutelschneider: gibt es da nicht auch die Erklärung, dass der Begriff jemanden bezeichnet hat, der Geldbeutel vom Gürtel schneidet?

Peitel. Beidl oder wie auch immer
13.09.2007 von Tauntawaschl

ja, die Erklärung mit dem Beutelschneider, der den Geldbeutel stiehlt, ist mir auch geläufig; (hab ich so auch schon in einem Mundartlexikon gefunden); der Gebrauch den ich kenne, entspricht eher dem des Sauschneiders; (ist abfällig)

ich kenne auch noch den Ausdruck des "Beidlprackers"; das kenne ich als abfällige Bemerkung für einen Angeber; dürfte eher mit dem Geldbeutel zusammenhängen; also einer der angeberisch den (Geld)"Beutel" auf den Tisch "prackt" =schmeissen, werfen

mit dem Peitel (Werkzeug) habe ich das Wort allerdings nie assoziiert


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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