pseudo-gelehrte Volksetymologie [ von Koschutnig am 2009-03-16 19:29:45 ]
Hatscherter Hadschi ?
Se non è vero, è ben trovato...
aber die nette Erklärung, dass das 'Hatschen' mit der 'Hadsch' zusammenhänge (und damit käm' ja auch der
Hadschi Halef Omar ins Spiel) ist tatsächlich nur eine nette Geschichte.
Offenbar gibt's außer der Volksetymologie auch eine Journalistenetymologie, die derlei in die Welt setzt oder nachplappert(wie z.B. dass Gründonnerstag von 'greinen' komme).
Denn:
(Univ.-Prof.) Maria Hornung: "Wörterbuch der Wiener Mundart": "hadschn (hatschen): mühsam, schwerfällig, schlurfend gehen. Bair.-österr. Sonderwort,
Herkunft unsicher, evtl. mit 'hutschen' und 'hätscheln' verwandt"
oder
PeterWehle: "Sprechen Sie Wienerisch?": "hatschen: hinken, schwerfällig gehen,
vermutl. lautmalend (vgl. Watschen, Pletschn, Flitschn), beeinflusst von Haxen, mhd. 'hakezen'; vielleicht v. mhd. 'hatsche' = Ente. Allenfalls würd ich mir noch slawischen Einfluss einreden lassen (tschech. 'chodit', kroat. 'hodati': gehen, wandern)"
Aber DER STANDARD (Dez. 2007): "Millionen Muslime beginnen Pilgerfahrt Hadsch" - verbindet wieder einmal die Haddj mit dem Hatschen -
jedoch: die meisten Pilger hatschen ja gar nicht, sie fliegen!