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schmalzwarm : schwul praktizierend durch lange Haft


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schmalzwarm

[ schmoizwoam ]
schwul praktizierend durch lange Haft


Art des Wortes: Adjektiv

Kategorien: Zwischenmenschliches

Erstellt von: klaser am Dec.2012

Links: Österreichisches Wörterbuch : schmalzwarm V W

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Bekanntheit

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Bewertungen (1)



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In der Justizanstalt Göllersdorf gehört.
Die sexuelle Entbehrung während einer langen Haft führt zu homosexueller Betätigung, ohne dass ausgeprägte Homosexualität vorliegt.
von klaser am Dec.2012

 
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Nahe meinem Wohnort hielt ich mich öfter in einem sehr billigen Lokal auf [...] In dem Lokal verkehrten überwiegend Männer vom Schlage unantastbar, da unüberwindlich, durchwegs feste Trinker, durchwegs Ex-Häftlinge und weiterhin Strafgefährdete.[...] Junge, die ins Lokal kamen, waren nicht gern gesehen. Die glauben noch, weil sie über und über gepeckelt sind, sind sie schon wer, weihte man mich ein. Die wollen sich einen Namen machen. Fordern dich mit blöden Bemerkungen heraus. Wenn du so einen nur auf den Schädel haust, kriegst` wegen deiner Vorstrafen gleich einen Sechser; selber riskieren die ja nichts ... Überhaupt, man sei schon schmalzmüde ... nach jedem Schmalz habe man zwar ein schönes Peckerl mehr, aber man werde doch auch zunehmend schmalzwarm . "Na, schreibst` mir halt wieder schöne Brief", fällt die Lebensgefährtin des Gesprächspartners ein".
Aus: Thomas Northoff: "Gefangenentattoos und -graffiti. Persönliche Annäherung ..." In: Kai Bammann / Heino Stöver (Hrsg.):
"Tätowierungen im Strafvollzug", Univ. Oldenburg 2006, S. 131 Die norddeutschen Herausgeber kommentieren "schmalzwarm" in einer Fußnote: »„warm“ bedeutet hier homosexuell. Nichts wird anscheinend in diesen Kreisen der harten Männer mehr verachtet, als schwul zu sein.« http://oops.uni-oldenburg.de/volltexte/2007/525/pdf/bamtae06.pdf



von Koschutnig am Dec.2012

 
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Ex-Knacki
(nach eigener Darstellung) Th. N. hat mit seinen Erfahrungen und seinem Vokabelwissen auch einen Roman aus dem Milieu geschrieben: Schon oft sei er auf Schmalz gewesen, aber schmalzwarm wäre er noch nie geworden. Ich bemerkte, dass es gar kein Wunder sei, wenn jemand schmalzwarm würde, wo doch das Arschkriechen im Häfen die einzige saubere Gangart sei.

Thomas Northoff : „...stets ein leichtes Hungergefühl" (1981), S. 135

von Koschutnig am Dec.2012

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.