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Liegerstatt : Liegestatt, Bett


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Liegerstatt

Liegestatt, Bett


Art des Wortes: Substantiv

Erstellt von: Koschutnig am Jan.2011

Links: Österreichisches Wörterbuch : Liegerstatt V W

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Bekanntheit

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Bewertungen (2)



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Bair.-österreichisch
und historisch.
DUDEN kennt nur eine [Duden Online:http://tinyurl.com/286rqus] Lie|ge|statt, die; -, …stätten (geh.): zum Liegen, Ruhen, Schlafen eingerichteter Platz.[/quote]
Retti hat die Verbreitung von Liegerstatt untersucht: http://tinyurl.com/2wz2a2t

Die Liegerstatt findet sich in 2 bekannten Liedern:

*
"Es ziern ja die Engerl dei Liegerstatt aus.
Möcht schöna nit sein drin an König sei Haus.“

(Aus: “Es wird schon glei dumpa“ von Anton Reidinger aus dem Brixental in Tirol, etwa um 1900, Erstveröffentlichung in "Echte Tiroler Lieder", Bd. 1, Leipzig 1913, S. 24).)
Quelle: Der Wiegenlieder-Schatz
*
"Aber Diandl, wo håst denn dei Liegerstått, aber Diandl, wo håst denn dei Bett?" -
"Über zwa Stiagn da muaßt auffesteign,
draußt auf der Stråßn håb i`s net!

Und wånn i mei Bett auf der Stråßn hätt,
na hätt ih de gånze Nåcht ka Ruah;
und a jeder, der wo da vorbeigehn tät,
der kehrat beim Bettstattl zua!"«
Quelle: Gerlinde Haid, Lieder und Tänze um 1800 aus der Sonnleithner-Sammlung


Der älteste Nachweis hierfür ist aus Salzburg:

„Dienerl [sic!], wo hast denn dein Liegerstatt”,
so steht es auf S. 110 als Nr. 3 im Manuskript „Komische Lieder für eine Singstimme“ von Franz Xaver Gruber (dem „Stille-Nacht“-Gruber! ) vor 1830
Quelle: Gerlinde Haid, Sonnleitner-Sammlung


Eine alte Form jedenfalls:
*
"Von den wilden Frauen. Legenden über den Untersberg":
„…dass eine wilde Frau öfters aus dem Wunderberg gegen das Dorf Anif gienge. Alldort machte sie ihr in die Erde Löcher und Liegerstatt.
Quelle: Sagen der Vorzeit (1785)
* Peter Rosegger verwendet das Wort mehrmals:
»
..Nachher kam die Frage der Liegerstatt. Ich schlug die Strohkammer vor. Da wäre es ihm zu kalt. Den Kuhstall. Da wäre es ihm zu dunstig…«
Quelle: Rosegger, „Der Ehrentag des Federlschneiders“

*
»Ich nicht, ich,« knurrte der Weber, »dass ich der Narr sein werde. Ich bin der erste im Haus gewesen, ich forder' meine Liegerstatt.«
Quelle: Rosegger, Das Lehrstück


Allerdings findet es sich häufig auch bei Bayern, z.B.
* Ludwig Ganghofer:
»No ja, auf Enkerer Liegerstatt, da hat si gestern der Lindlmayer derschossen.«
Quelle: Ganghofer, "Der Michel und sein Todfeind"

*Lena Christ (1881-1920):
"in das Holz der Liegerstatt geritzt..."
Quelle: Lena Christ, „Im Turm“

* Karl Stieler (1842-1885):
"Hochlandlieder", 1879">
*Max Peinkofer ( 1891-1963). „Die himmlische Liegerstatt“, wo es dann heißt: [quote:Max Peinkofer, Die himmlische Liegerstatt:http://www.sanego.de/Frage_34048_Eine-Weihnachtsgeschichte]»..weil Joseph und Maria im Stall von Bethlehem auch kein Federbett gehabt haben und das Christkind in der Krippe auf Heu und Stroh hat liegen müssen, sollen auch wir uns mit einer ganz einfachen Liegerstatt zufrieden geben. Denn das Stroh ist in dieser heiligen Zeit wahrhaftig die rechte himmlische Liegerstatt!“ «
Quelle: Karl Stieler,"Im Morgengrauen".
"Hochlandlieder", 1879


Danach auch ein TV-Film:
* "Die Himmlische Liegerstatt. Ein Weihnachtsmärchen aus dem Bayerischen Wald" - Amarafilm, Sendung: BR, ARD, ORF.
von Koschutnig am Jan.2011

 
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Nächste Rechtschreibreform?
* „In disem Schloss […] seindt mehrer nit dann 4 Stieben unnd 3 Cammer warunder nur zwey Zimer bewohnt werdten khönnen, massen die yberige wegen der alda bezaigenten Pauföhligkheiten so von dem vorigen possessores Frantz Royias Planckh verursacht wordten, nit zu bewohnen seindt. Unnd haben die Ehehalten nächtlicher weill ir Liegerstatt darinnen inmassen sunsten khein andere Gelegenheit verhandten oder gericht werdten khann,“ schreibt der Verwalter Johann Thoma Syller Ende 17. Jh. über Schloss Münchsdorff, Rentamt Landshut - S. 64, Anm. 49 unter: http://tinyurl.com/3225fy3
von Koschutnig am Jan.2011

 
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à propos Rechtschreibreform:
... war da nicht ein gewisser Marin Luther, der sich zum Ziel gesetzt hat ´dem Volk auf´s Maul´ zu schaun?
Eine Rechtschreibreform sollte eigentlich dem Verlauf der Entwicklung nacheilen, und nicht eine solche vorwegnehmen.
Welchen Sinn hätte das heute?
Ua oag Oida!
von JoDo am Jan.2011

 
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Gut gemeint ist halt nicht immer gut
Es scheint, man wollte beim letzten Mal ja doch "dem Verlauf der Entwicklung nacheilen" und vielen künftigen "Orthografie-Fehlern" vorbeugen, indem man bisherige häufige Falschschreibungen wie z. B. "einbläuen" (nicht von "blau", wohl aber verwandt mit "Pleuel" und mit engl. "blow") oder "selbstständig" (von "selber", nicht von "selbst") einfach für korrekt erklärte. Bei der grassierenden Apostrophitis-Seuche allerdings hat man nur bei Eigennamen nachgegeben und den Apostroph erlaubt ("Visconti's Film"), NICHT jedoch bei all den "auf's, um's, an's..." der letzten Jahre, wo doch tatsächlich etwas ausgelassen wird.Sonderbar auch der beinah radikale Schwenk der Reformer weg von der Tendenz der letzten 100 Jahre zu immer mehr Kleinschreibung (vgl. "auf Grund" > "aufgrund" "in Frage infrage"; fast nie mehr war "auf Grund" oder "in Frage" zu finden) nun zur überwiegenden Großschreibung bei den meisten scheinbar substantivierten Adjektiv/Adverb-Wendungen etc. ("imstande" > "im Stande, imstande", "im übrigen > "im Übrigen"; "im voraus" > "im Voraus", "im Vorhinein" - aber es bleibt bei "von vornherein". Wieso? Ist das eine Hilfe für Volksschüler??Dabei ist es doch im Grunde doch sehr sehr nebensächlich, wie man etwas schreibt, würden die Leut' nur mehr auf ihre Sprache achten! Ich liebe jedenfalls (warum nicht "jeden Falls"?) die "Pauföhligkheiten von Hr. Syller (s.o.)!
von Koschutnig am Jan.2011

 


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