Milchkandl , die : Milchkanne

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Milchkandl , die

-, -n
[ -kãndl ]
Milchkanne


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Veraltet, Historisch

Erstellt von: Koschutnig at Mar.2010


Links: Milchkandldie

  




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"Die Bedienung geht mit dem Milchkandl zu den Tischen und schöpft die Soße mit der Kelle. Das sorgt bei den Gästen jedes Mal für Aufsehen und Gesprächsstoff." Na, ja, klar - "extra serviert - mit der Schöpfkelle aus dem Millipitcher" - ohne Anführungszeichen! Das ist Wenglisch: Wiener Englisch.
www.gastronomie-report.de/ gastro/index.php?StoryID=4067

Für Aufsehen und Gesprächsstoff sollte in Österreich auch das Geschlecht von "Kandl" in diesem originellen Gastro-Report ("Vorsprung durch Wissen") vom "Steirereck" am Pogusch
sorgen.

Eine 1l- oder 2l-Milchkandl,
(Fotos: http://tinyurl.com/yh7wueu)
mit der man sich bei der Milchfrau die Milch holte, die sie dazu aus dem großen offenen Bottich schöpfte, kann´s wohl nicht sein. Auch nicht eine der Riesenkandln, mit denen die Milch angeliefert worden war. 50l? -
Bild: http://www.hytta.de/index_f.htm?kannen/gpl.htm

Ein "Königlich-Bayerisches Milchkandl"-Bild:
http://www.oktoberfest-hits.com/oktoberfest-shop/geschirr/koeniglich-bayerisches-milchkandl-aus-email.htm

Auch bei Ludwig Ganghofer ein Neutrum: "`Hast am End´ gar das Milchkandl umgeworfen´- `Wie du nur so was reden kannst!´, stotterte Wampo noch atemlos." (Ludwig Ganghofer: Die Martinsklause, Buch 1, Kap.12)

Aber Postings aus Österreich : "lange Autofahrten zum Bauernhof mit eigener Milchkandl"
http://www.esoterikforum.at/forum/showthread.php?p=1391649
oder: "dann bin ich mit meiner milchkandl ein häusl weitergezogen.
http://meinekleine.kleinezeitung.at/rebella/stories/243039/

Ein österreichisches "Milchkandl" [-kʌndl] (= "Milchkanderl", eher aber "Milchheferl") wäre dt. ein "Milchkännchen", nicht?
von Koschutnig at Mar.2010

 
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Da gibt´s zwei!

das Ö: Kandl - D: Kännchen - A: Kaa(n)´l
und

die Ö: Kannl - D: Kanne - A: Kãã´l
von JoDo at Mar.2010

 
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In der Steiermark:

die Müüchkaounl!
von albertusmagnus at Mar.2010

 
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Vorhandene Einträge:

Kondl (= Kanne), Kaundl (=Kanne), Kanderl (= kleine Kanne), Giaßkodl (=Gießkanne)
und schließlich auch "Kandel, Aussprache: Kondl = Kännchen, Fausfeuerwaffe" [sic!] - ein Mischmasch: Wenn die Aussprache, wie behauptet, "Kondl" ist, ist das kein "Kännchen", sondern eine Kanne!

"die [kɔndl]" (Kanne) und "das [kʌndl]" (Kännchen) würden in Ö doch - wenn´s einer schreiben muss! - eher gleich geschrieben.
Ein [d] ist in beiden Fällen zumeist hörbar (wie beim Schweindl oder dem Reindling. Und wieso spart der Meinl ausgerechnet bei einem Buchstaben?)
Für die Flüssigkeit in der Kandl haben wir die Einträge:

Milchpitsche; milipitschan; Millbitsch; Mübitschn; Mülibidschn;
sowie: Milli; Müch; Mülch; Müli; Mülli!


von Koschutnig at Mar.2010

 
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Das "Milchkännchen"

wäre steirisch ein Müüchkanderl, ebenfalls Neutrum. Die Milchkanne, mit der der Bauer

die Milch an die Molkerei liefert (die Liter- bis Zwei-Liter-Versionen sind wie die offene Milch
von der Milchpumpe bei der Milchfrau mehr oder weniger ausgestorben)
, ist ein Femininum

und steirisch eben die Müüchkaounl.
von albertusmagnus at Mar.2010

 


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

2014-08.28 01:00:22 :