Einem bis in unsere Tage mündlich überlieferten Gerücht [ von ChrisB am 2008-09-02 02:31:28 ]
zufolge soll sich Kaiser Josef II. des Öfteren am berüchtigten Spittelberg, dem verruchten Venushügel von Wien, herumgetrieben haben.
„KAISER JOSEPH UND DAS BIERHÄUSELMENSCH“ ---
Am Spittelberg suchte Kaiser Joseph II. – als „Graf Falkenstein“ und in Begleitung seines Geheimsekretärs Günther – Liebesabenteuer. Der Spittelberg hieß übrigens damals noch Spitalberg. Böse Zungen behaupteten, weil man in dieser finsteren Gegend leicht spitalreif wurde: entweder durch verabreichte Prügel oder durch die Lustseuche. Im Gasthaus „Zum steinernen Löwen“ – im Volksmund „Löberl“ genannt – wurde der Kaiser angeblich fündig.
Noch heute erinnert eine Inschrift an Josephs Besuch.
Auf diese Geschichte baute der zeitgenössische österreichische Dramatiker Helmut Korherr die Handlung für seine neue Altwiener Lokalposse auf.
In „Kaiser Joseph und das Bierhäuselmensch“ macht die dralle Wirtin, die beleibte und beliebte Busen-Karolin, den verkleideten Kaiser mit Fanny bekannt. Das „leichte“ Mädchen ist das netteste und hübscheste Bierhäuselmensch weit und breit. Auch der bauernschlaue Wirt und sein dümmlicher Schankbursche sind von den beiden neuen Gästen sehr angetan. Sie wollen sie tüchtig rupfen und
übers Ohr hauen.Es bleibt nicht bei einem einmaligen Treffen im Extrazimmer bei Stimmungsmusik – das Bierhäuselmensch und Kaiser Joseph kommen sich mehr und mehr näher. Fanny beginnt, sich den Traum vieler Dirnen auszumalen – von einem einzigen, vermögenden, gütigen Freier als erklärte Mätresse ausgehalten zu werden. Sie bräuchte ja nicht unbedingt ein eigenes Schloss – aber eine Wohnung in der Stadt mit ein, zwei Bediensteten …
http://www.theateramspittelberg.at/programm03_archiv.htm