[ von anachoret am 2010-03-07 12:14:06 ]
"Im biedermeierlichen Wien zählten die Harfenisten zu den so genannten Volkstypen. Ihr Instrument hieß despektierlich
"Lamentiergatter". Sie unterhielten in Wirtshäusern oder als Straßensänger mit derben Gesängen. Gut beleumundete "Beislsänger" erhielten behördliche Erlaubnisscheine. Spielte man ohne diese, waren Strafen wegen Vagabundage oder zwangsweiser Militärdienst die Sanktionen. Ferdinand Raimund und Johann Nestroy verewigten die Harfenisten in ihren Stücken "Die gefesselte Phantasie" (1826) bzw. "Die Papiere des Teufels" (1842). Umherziehende Harfenspieler, die auf Hochzeiten und Dorffesten auftraten, brachten die neuesten "Schmachtfetzen" und Theaterlieder u.a. ins Niederösterreichische Waldviertel."
Quelle: http://www.austria-lexikon.at/af/Wissenssammlungen/ABC_zur_Volkskunde_%C3%96sterreichs/Harfe
"Altwiener Panoptikum: 3 Dutzend neue Geschichten - Mit dem
Lamentiergatter und der Winsel S.78,Verlag A. Sex, 1946"
Quelle: http://books.google.at/books?id=UmTZAAAAMAAJ&dq