[ von joeditt am 2008-01-25 14:30:47 ]
Brezi liegt ebenfalls völlig richtig - die Grundbedeutung ist
plötzlich, s. a. Eintrag
gaach.
Daher heißt "an Gaachn ham/kriagn" wörtlich: "einen plötzlichen haben/kriegen" (einen Wutanfall).
Nimmt man's genau [ von Koschutnig am 2009-01-13 17:48:40 ]
kommt nicht 'gach' von 'jäh', (und nicht 'zach' von 'zäh') sondern umgekehrt: 'gach' ist die ältere Form.
Unser gewachsener Dialekt gibt sehr häufig einen alten Sprachstand wieder.
Die meisten "stummen H" waren einst gesprochen ("gutturaler Reibelaut" [X]") und wurden unter "Ersatzdehnung" des Vokals stumm (mittelhochdeutsch 'gach' und 'ga' nebeneinander), sodass man das "-h-" als "Dehnungs-h" auch in Wörter einfügte, wo es historisch nie gewesen war (z.B. 'Stuhl')
j in 'jäh' ist norddeutsch wie 'janz jut'
"ä" (Jagatee, Kasnudeln) wurde im 19. Jh. in Österreich offiziell als [a:] ausgesprochen, Graz wurde "Grätz" geschrieben. (s. "Windischgrätz")
Interessant ist gegenüber "jäh" (= unvermittelt) die zusätzliche österr. Bedeutung von "etwa, vielleicht, u.U.":
2008-08-05 08:55:58(Fürstenfeld):
"Bei uns heißt 'gach' schnell, wird aber auch anders verwendet. z. B.: 'gach verlierst as no!' Meist sind das Überlegungen und dergleichen..."
'gàch amól; gach dó net; warst gach selber durt?'