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Pạrutsch, Pirutsch, Pierutsch

das,
[ 'pårutš ]

Birutsche, Barutsche; offener zweirädriger Pferdewagen


Wortart: Substantiv
Kategorie: Veraltet, Historisch
Erstellt von: Lupina
Erstellt am: 28.07.2019
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Kommentare (3)


leichter halbbedeckter wagen, entlehnt aus ital. biroccio, baroccio , wovon österr. das parutsch , ... von birotus (zweirädrig)
source: Grimm, Dt. Wb
ein Fiacker, der hat hint an sein Wagn ein laares Parutsch anbunden ghabt. Auf einmal bricht der Strick [...] Jetzt hat sich also der Fiacker umgschaut, und da hat er gsehn, daß sein Parutsch um hundert Schritt zruck bliebn ist
source: Briefe des jungen Eipeldauers (1810)
Oft fahrn drey Familien in ein Parutsch und mach'n a weng Strach
source: Nestroy, Sämtl.Werke, Nachträge (2007)

beim z'Hausführ'n bleibt's, und mir is nur lad, daß mein' Parutsch heut nit so lang, wie der Triester Postzug is
source: Friedrich Schlögl, Wiener Blut (1873)

Lupina 28.07.2019


1844 beschreibt Johann Gabriel Seidl Párutsch (Anfangsbetonung!) im Glossar zu seinen „Niederösterr. Gedichten“ als „ehemals übliches, halbgedecktes, vierrädriges Fuhrwerk, dessen Dachtheil sich zurücklegen läßt". ... Im Altwiener Theater überwiegen die Formen mit Neutrum
source: Österreich in Geschichte und Literatur 51 (2007)

Als Neutrum findet sich in Österreich jedoch auch die in Deutschland anzutreffende, aber dort feminine Form "Pi(e)rutsch", etwa in Aloys Blumauers Aeneis-Parodie von 1784:

Drauf stieg er in's Pierutsch hinein,
Und ebnete die Wellen: (*)
Bald pflegte sich der Sonnenschein
Auch wieder ein zu stellen
source: Virgils Aeneis travestirt von Blumauer (1784/1802)

Lupina 28.07.2019


Sächlich, mit -i- im Wortstamm und ohne Endung -e:

Was da für Verwandlungen g'schehen, ist kaum zu glauben.
Ein Trampel mit schwarzer Hauben und Korsettel vom Land, Erscheint in acht Tagen im
Salopp, wie vom Stand, Fahrt oft im Pirutsch wie eine Dam im Prater, Und hat schon einen gesperrten Sitz im Theater
source: Carl Meisl, Dramatisches Quodlibet. Sämmtliche dramatische Beyträge für die Leopoldstädter Schaubühne, 1. Band, 1820

Dekubitus 19.08.2019





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Bairisch Act-Act-Act UrImmun