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Kanzle͟ioffizia̲lin

die, -, -nen

Beamtin im Bürodienst


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Kategorie: Arbeitswelt
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 20.02.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 80%  
Bewertungen: 2 3

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Kommentare (1)


Eine Bezeichnung, die sogar in amtlichem Gebrauch bereits existierte, noch ehe sie neben der maskulinen Form gendergerecht schließlich ebenfalls zum offiziellen Amtstitel wurde:
source: Verhandlungen der geologischen Bundesanstalt (JG. 1923)
Verwirrend! Da heißt es 1923 also, dass einer Kanzleioffizialin der Titel eines Kanzleiadjunkten verliehen wurde, nicht nur in OÖ aber ist im mittleren Verwaltungs- und Kanzleidienst der Kanzleiadjunkt eine Stufe nicht über, sondern unter dem Kanzleioffizial:
source: OÖ Gemeinde-Dienstzweigeverordnung

Auch von einer Gisela Egger erfährt man, die 1917 in den Staatsdienst eintrat und nach 10 Jahren als „Kanzlistin“ pragmatisiert wurde;
zwei Jahre später erfolgte die Ernennung zur „Kanzleiadjunktin“, und nach weiteren 6 Jahren am 1. Juli 1925 die Beförderung zur „Kanzleioffizialin
source: Rudolf Angstner, Handbuch des Österreichischen Auswärtigen Dienstes. Band 1
Verkehrte Welt!
Übrigens. Was ein Kanzleiadjunkt in Deutschland bedeutet(e), das erfährt man im Deutschen Rechtswörterbuch der Univ. Heidelberg: https://tinyurl.com/y8m4h8vt
Koschutnig 20.02.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Jerga Urbana UrImmun Österreichisch