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Kanzle͟ioffizial

der, -s, -e

Amtsbezeichnung für Beamte im Bürodienst


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Tags: Amtssprache
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 20.02.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 100%  
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Kanzleioffizial, der
Wortart: Substantiv, maskulin
Gebrauch: österreichisch
Beamtentitel z. B. im Kanzleidienst des Verwaltungshilfsdienstes Beamtentitel
source: Duden online
Eine kl. Rolle spielt in dieser Lebensgeschichte von Elisabeth Petznek (1883- 1963), einer Enkelin Kaiser Franz Josephs und bockigen Sozialistin, auch ein Kanzleioffizial:
Er forderte 22 Polizisten in Bewaffnung an und bestellte den Kanzleioffizial Johann Zach zum ausführenden Organ. [...] Otto stand mit dem Kanzleioffizial Zach vor dem geschlossenen Tor, hinter ihnen hatten die Gendarmen Aufstellung bezogen.Der Hauslehrer kam den Wartenden vom Schloss her entgegen. Hinter ihm eine Handvoll Arbeiter.
source: Martin Prinz, Die letzte Prinzessin (2016)
Sehr passend für einen österr. Beamten fand diesen Amtstitel auch eine deutsche Romanautorin:
Josef Blümel, der Herr Kanzleioffizial, wäre Wiener gewesen, gleichviel ob er in Paris, London oder Berlin auf die Welt gekommen, ob er auf Haiti, Sumatra hätte leben müssen, auf dem Mars oder auf dem Grund des Meeres.
source: Alice Berend," Das Verbrannte Bett". In "Ausgewählte Romane" (1926/2017)
Dem "alten Herrn Kanzleirat", dem konnte man allerdings auch in Deutschland oft begegnen.
Koschutnig 20.02.2018


Aus der niederösterr. Beamtendienstpragmatik:
§ 117 Dienstzweige [...]
4. Kanzleidienst einschließlich Verwaltungshilfsdienst und Telefondienst (Verwendungsgruppe D)
Dienstklasse Amtstitel
I II Kanzleioffizial der Niederösterreichischen Landesregierung
II
Kanzleioberoffizial d.
IV Kanzleiinspizient d.

Aufnahmebedingungen
A: 1. Erfolgreiche Beendigung einer mindestens zweijährigen berufsbildenden mittleren Schule,
2. erfolgreiche Beendigung einer berufsbildenden Pflichtschule oder
3. erfolgreiche Beendigung der 6. Klasse einer allgemein bildenden höheren Schule oder der 2. Klasse einer berufsbildenden höheren Schule.
source: NÖ Dienstpragmatik der Landesbeamten 1972, NÖ LGBl. 2200-78 §
§ 117 Inkrafttretensdatum 01.01.2015

Koschutnig 20.02.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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