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Za͟unspelte

die, -, -n

Zaunlatte aus Spaltholz


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Tags: Tirol.,Steiermark,u.a.,veraltend,selten
Kategorie: Technische Begriffe
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 01.02.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 60%  
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Kommentare (1)


Wenn ein Rind zwischen den Klauen Geschwüre bekommt, so radelt man den Wasen unter dem kranken Fuße heraus und steckt ihn umgekehrt auf eine Zaunspelte.
source: Ignaz Zingerle, Sitten, Bräuche und Meinungen des Tiroler Volkes
(1871)
§. 57 Wer solche Holzgattungen ohne Anzeige und Noth nicht zum eigenen Bedarfe verwendet, sondern Zaunspelten, Schindeln oder die ganz verbothenen Besenstiehle zum Verkaufe erzeugt, zieht nebst dem Erlage eines Waldzinses von 240 Stück oder 1 Pfund Zaunspelten .. 2 fl. 30 kr. [...] auch noch die Konfiskations-Strafe des Erzeugten unablässslich auf sich.
source: Kurzer Abriss der allgemeinen Forstbotanik nebst sämmtl. in den k.k. österr. deutschen Staaten und Galicien bestehenden Forstgesetzen (1846)
Steht der Zaun als Weidezaun auf der Wiese, lässt man die Zaunspelten oben spitz zulaufen, bei einem Zaun in der Nähe des Hauses werden die Spelten oben waagrecht abgestumpft, damit die Bäurin ihre großen Wäschestücke zum Trocknen drüberhängen kann.
source: Gunda Schricker, Bericht über Hubert. Aus dem Leben eines Südtiroler Bergbauern (2003)
Mit „Misl- oder Mistelholz“ bezeichnete man – wenigstens in der nordöstlichen Steiermark- Holz nicht nur für Scheiter, Schindeln und Zaunspelten, sondern auch für Dauben, Zargen und ähnliches. [...]
Nach Auskunft meines Bruders, Bauer in Schachen 87 bei Vorau, war „aufmisln" ein oft gebrauchter (mir aber entgangener) Ausdruck unseres 1968 verstorbenen Vaters für das Klieben von Rundholz zu Zaunspelten oder Scheitern
source: Blätter für Heimatkunde des Histor. Vereins für Steiermark, Bände 60-63 (1986)

Koschutnig 01.02.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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