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Le͟utgeber

der, -s, -

Straußenwirt; Winzer mit zeitlich begrenztem Ausschank eigenen Weines


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Tags: historisch
Kategorie: Veraltet, Historisch
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 06.01.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 0%  
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Kommentare (2)



Lenzl suchte auch jeden Nachbar im Dorfe, an den die Reihe des „
Aussteckens", als „Leutgeber“ auf 14 Tage, kam, wenigstens einmal heim, und er brachte immer aus der Bauernstube, die sich für zwei Wochen in eine Weinschenke von besonderer Gemüthlichkeit verwandelt, einen „Sack voll Scherz und Neuigkeiten" ins Ausgeding
source: August Silberstein, Dorfschwalben aus Oestreich (1862)
Während aber der Steinmüllner dem Schweiglhuber Wein bringt, muss ich jene meiner Leser, welche nicht wissen, was ein Leutgeber ist, darüber aufklären: Im österreichischen Weinlande hat jeder Winzer, auch Hauer genannt, das Recht, den aus seinem Weingarten gewonnenen Wein ... eine zeitlang auszuschänken. Während der Zeit also, in welcher er den Leuten Wein gibt, heißt er Leutgeber.
source: Joseph Heilmann, Der Urlauber (1853)
source: Illustrirtes Wiener Extrablatt v. 26. März 1875
Ein Gast vom „Hotel Kreuz“ fragt, ob man nicht weiß, woher der Name des Badeortes „Kaltenleutgeben“ kommt. [...] „Leutgeben“ heißt im Österreichischen „Heurigen ausschenken“. Der Wirth heißt der „Leutgeber“. In diesem Sinn war also Kaltenleutgeben ein Ort, wo ein kalter Heuriger ausgeschenkt wird.
source: Hans Jörgel von Gumpoldskirchen. Volksschrift im Wiener Dialekte, 40. Jg. (1871)
D:
FOTO:
Beim Straußenwirt.
Ein Spaziergang durch die schönsten Straußwirtschaften der Südpfalz
source: Uschi Kreutz

Koschutnig 06.01.2018


Beschwerde der Wiener Wirte über die pfiffigen Wiener Leutgeber 1746:
wenn solche Leutgeber nach verflossenen 4 Wochen in einem ‚dergleichen’ Haus zu leutgeben aufhören, so sind sie mit mehreren Kellern versehen und eröffnen schon vor Beendigung des vorigen Leutgebens in einer anderen Gasse ihren ‚anderten’ Keller, damit sie ja nicht das Jahr hindurch ‚müßig’ sind. Auf diese Art werden wir bürgerlichen Wirte durch diese Unbefugnis gänzlich zugrunde gerichtet
source: Elisabeth Ligthart, Vom „Leutgeb“ zum Heurigen. Zur Entwicklung des Weinausschanks in Wien bis 1900 (2008)

Koschutnig 06.01.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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