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Backmulter, Bachmulter, Bachmulta

die, -, -n

Backtrog


Wortart: Substantiv
Tags: Steiermark,Kärnten,u.a.
Kategorie: Arbeitswelt Technische Begriffe
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 12.10.2016
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Kommentare (1)



Man schüttet in ein leinernes Säckchen vier Hände voll Hopfen und läßt es mit zwei Maß Wasser gut kochen, dann seihet man das Wasser ab, und giebt die Hälfte davon in eine Backmulter nebst einem Stückchen Sauerteig, [...] und gibt dann so viel Weitzenmehl dazu als zur Bildung eines ordentlichen Brodteiges erforderlich ist
source: Maria Neudecker , Die Baierische Köchin in Böhmen… (1835)

Die Backmulte ohne die Endung -r des Eintrag-Wortes existiert in versch. Gegenden außerhalb von Österreich. Die Begründung für den Unterschied ist bereits im Mittelhochdeutschen zu finden, als sich aus dem althochdeutschen Wort die 2 Varianten 'multer' und 'multe' entwickelten:
Bochmulta / Backmulter (Multa steht im Zusammenhang mit Mulde und wird entlehnt von ahd. mulhtra, mhd. moulte[r], multer, multe, Backtrog;
Multa war ein altes Melkgefäß und ähnelte in seiner länglichen Form einem Mehl- und Backtrog)
source: Konrad Maritschnik-Karl Sluga, Steirisches Mundart-Wörterbuch (2000)
Es dürfte überraschen, dass die "Mulde" bis ins 18. Jh. nur ein trogartiges hölzernes Gefäß war und erst dann die heutige Bedeutung einer (Gelände-)Vertiefung - "Talmulde" z.B. - angenommen hat. In versch. Regionen ist sie immer noch ein längliches, abgerundetes Gefäß, z.B. in Berlin:
"Was sich Berlin erzählt" (Jahrgangsband 1921/22)">
Während ich gestern zwischen Neuem Palais und Communs entlang ging, brachte gerade ein junger Schlächtergeselle eine Mulde voll Fleisch, wohl an die 30 Pfund, zur Tanzschule.
source: "Rumpelstilzchen",
"Was sich Berlin erzählt" (Jahrgangsband 1921/22)

Koschutnig 12.10.2016





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Urbanes Wörterbuch Atlas Der Scrum Master