Thema: entzündet oder entzunden

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entzündet oder entzunden
06.03.2018 von Fuser5060wf

Servus liebes Ostarrichi Forum :)

Als Exilösterreicher in München fallen mir immer öfter auch ganz kleine Wortunterscheidungen auf. Aktuell beschäftigt mich die Nutzung von "Entzündung" als Verb.

In meinem heimatlichen Sprachgebrauch aus Oberösterreich ist für mich das Wort beispielsweise in Aussagen wie "Die Wunde ist schlimm entzunden" gängig.
Viele Deutsche (und auch nach aktuellen Nachfragen Wiener) sagen allerdings "Die Wunde ist schlimm entzündet".

Eine Aussage von Bekannten aus Niederösterreich mit Nähe zu Wien sagt allerdings auch "entzunden" und hat eine schöne Beschreibung des Wortgebrauchs hergeleitet:
- Ein Feuer ist entzündet
- Eine Wunde ist entzunden

Spannend, was sagt ihr dazu? :)

VG, die Manu

Hochdeutsch - Umgangssprache oder Dialekt?
06.03.2018 von JoDo

das ist hier die Frage, weil in Österreich ja gemischt gesprochen wird
https://www.wikiwand.com/de/Dialekt-Standard-Konti...
Dialekt: I håb des Liacht ãã'zundn, I håb de Keadsn ãã'zindt - beides geht
Umgangssprache: Ich hab' das Licht aufgedreht (!), ... die Kerze angezündet.
und: Ich hab' mir das Gelenk entzündet, entzundene Augen habe ich auch noch.

Also - Ganz eindeutig ;-) kann ich diese Frage nicht beantworten.

entzunden?
07.03.2018 von Koschutnig

Noch im Mittelhochdeutschen hat’s 2 Verben gegeben, ein starkes, zinden/zand/ gezunden =’brennen, glühen’ (mit Ablaut wie bei schwinden/schwand und winden/wand) und ein schwaches „Kausativum“ zünden, gezundet = ’brennen machen’, ein „jan“-Verb, in der Sprachgeschichte so genannt wegen der früheren Endung –jan der Nennform, die nur in der Gegenwart einen Umlaut (u > ü) bewirkte. Später ist allerdings hier wie bei vielen solcher Zeitwörter ein Formenausgleich eingetreten, daher steht -ü- nun im gesamten Verb.

Die verschiedenen Bedeutungen der beiden Verben – ’brennen’ und ’brennen machen’ – sind dann miteinander vermischt worden, die 2. Bedeutung ist durch die Vorsilbe ent- verdeutlicht worden, und das schwache Verb hat als (ent)zünden/zündete/(ent/ge)zündet alleinigen Eingang in die Hochsprache gefunden. Das alte „entzunden“ hat zwar überlebt, ist aber kein Standardwort geworden. Ähnliches ist z.B. ja auch bei „brennen“ geschehen, wozu es ebenfalls ein starkes Verb „brinnen“ gegeben hat, von dem auch noch Dialektformen (brinnt, verbrunnen) erhalten sind.


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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