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heanzisch : heinzisch (burgenländischer Dialekt)


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heanzisch

[ hoanzisch, hianzisch, hienzisch ]
heinzisch (burgenländischer Dialekt)


Art des Wortes: Adjektiv

Erstellt von: JoDo am Nov.2006


Ähnlich klingend:    

Links: Österreichisches Wörterbuch : heanzisch

  


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Das im südlichen Burgenland gesprochene Heanzische
(„Heinzisch“) geht auf das Oberpfälzische zurück, da die Region von Siedlern aus dem Fichtelgebirge und der nördlichen Oberpfalz bevölkert wurde. Dies ist noch heute am Wortschatz und lautlichen Übereinstimmungen leicht auszumachen. Die Süd- und Oststeirer sprechen den gleichen Dialekt, bezeichnen ihre Mundart aber lieber als „steirisch“. Sie rückten im Laufe der Zeit vom Eigennamen „Heanzen“ ab. http://de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Sprache
von JoDo am Nov.2006

 
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auch hoanzisch
Zur Römerzeit war das Gebiet des heutigen Burgenlands Kernland der Provinz Pannonien. Um 900 wurde das Gebiet von den Magyaren in Besitz genommen. Seit der Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg) 955 und der nachfolgenden Christianisierung der Ungarn folgte die Besiedlung durch deutsche Einwanderer in das vorwiegend deutschsprachige Gebiet des heutigen Burgenlands. Es war ein Jahrtausend lang überwiegend im Besitz des Königreichs Ungarn und wurde Hoanzenland oder Deutsch-Westungarn genannt. http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Burgenlandes
von JoDo am Dec.2006

 
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Heanzen (Heinzen, Hienzen, Hinzen)
Die deutschsprachigen Bewohner des südlichen und mittleren Burgenlands und von Randgebieten des ungarischen Komitats Ödenburg (Sopron); sie wanderten im 11. und 12. Jahrhundert ein. Die Herkunft des Namens ist umstritten, er wird einerseits als zum Gattungsnamen gewordener Vorname Heinz erklärt, der unter den Bauern dieser Gegenden sehr gebräuchlich gewesen sein soll (Heanzenland = Bauernland), andererseits wird er auf Kaiser Heinrich IV. zurückgeführt, unter dem die Siedler ins Land gekommen waren. Nach Auffassung von E. Kranzmayer und M. Hornung handelt es sich jedoch um einen bäuerlichen Spottnamen, der auf den häufigen Gebrauch von mundartlich "heanz" oder "hienz" für "jetzt" zurückgeht. Seit der Bildung und Benennung des Burgenlands verdrängt die neue Bezeichnung "Burgenländer" das Wort "Heanzen" immer mehr. Die heanzischen Mundarten variieren regional sehr stark und haben sich lange rein erhalten, weil in der ungarischen Zeit des Burgenlands in den Schulen nicht Hochdeutsch gelehrt wurde. Heute weichen sie der allgemeinen österreichischen Umgangssprache; namentlich lässt sich wie in Niederösterreich eine Verdrängung der ui- durch die ua-Formen feststellen (Muida - Muada für "Mutter"). Volksdichtung der Heanzen sammelten die Mundartdichter J. Ebenspanger und J. R. Bünker, der erste bekannte Dialektdichter war J. Reichl. http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.h/h325773.htm
von JoDo am Dec.2006

 
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Republik Heinzenland
Das Heinzenland war auch mal - im Rahmen der unruhigen Grenzabklärung zwischen Ungarn und Österreich nach dem Ersten Weltkrieg - für ca. drei Wochen ein selbsterklärtes unabhängiges "Staats"-Wesen. Der Mittelpunkt dieses skurrilen Gebildes war Mattersburg, und das Ganze fand, glaube ich, 1921 statt (mir macht es keinen Spaß, alles zu ergoogeln). Immerhin war Zeit genug, um eigene Briefmarken herauszubringen :-)
von bessawissa am Apr.2007

 
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re@bessawissa:
Na das ist sehr interessant! Davon habe ich aber noch nie was gehört... Werde mich umschauen. Bleibst Du auch dran? vlG JoDo
von JoDo am Apr.2007

 
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Habe dazu in einer Zeitung einen Artikel lesen müssen, kann ich ja nochmal raussuchen.
von bessawissa am Apr.2007

 
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Republik "Heinzenland"
...Von Deutschösterreich wurden die deutschen Sprachinseln Iglau, Brünn und Olmütz in Böhmen und Mähren beansprucht. Während sich die böhmisch-mährischen Sprachinseln der Republik Deutschösterreich anschlossen wurde in »Deutsch-Westungarn« (5.800 km² und rund 500.000 Einwohner) eine deutschösterreichische Zivilverwaltung eingerichtet (Republik "Heinzenland"). So kam es zwischen Ungarn und Deutschösterreich zum blutigen Grenzkrieg, als die Ungarn die Zivilverwaltung beseitigt hatten. Über die endgültige Zugehörigkeit dieses Gebietes sollte nun am 14. Dezember 1921 eine Volksabstimmung entscheiden... http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschösterreich Von einigen Befürwortern der Eingliederung in die Republik Österreich wurde die Landesbezeichnung Heinzenland (nach dem Hoanzn-Dialekt) propagiert, der Vorschlag Burgenland setzte sich aber durch. http://de.wikipedia.org/wiki/Burgenland Höhepunkt dieser Entwicklung war die Ausrufung der "Republik Heinzenland" im Dezember 1918. Nach nur einem Tag fand die junge Republik durch ungarische Regierungstruppen ihr Ende. http://www.kuga.at/hrvati/de/i/frame1.htm
von JoDo am Apr.2007

 
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Ein Wiener Verein "Verein zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn" wollte im Gebiet um Ödenburg eine Republik Heinzenland/Heanzenland errichten. Soldaten werden angeworben, Offizieren zweigen Munition zugunsten des Vereins ab und am frühen Morgen des 5. Dezember 1918 brechen vier Gruppen von LKW mit Waffen, Munition und Papierstößen, worin Wahlen zu einer Nationalversammlung des Heinzenlandes angekündigt werden, sowie alle 309 Gemeinden Westungarns aufgefordert werden, ihren Anschluß an den neuen Staat zu erklären. Der Aufruf endet mit den Worten:"Gott segne und schütze das freie deutsche Heinzenland!" Einige LKW werden von der österr. Gendarmerie abgefangen, einige kommen zwar über die Leitha (damals Staatsgrenze!), aber werden von magyarischen Grenzwächtern zur Aufgabe gezwungen. Bloß die Hauptgruppe mit 300 Gewehren, 30.000 Patronen - sie sollte über Mattersburg nach Ödenburg rollen - ist erfolgreich. Die Grenzer in Neudörfl sind schnell überwältigt, in Sauerbrunn und Wiesen wird mit Feiern mit der jubelnden Bevölkerung (die nicht bei Ungarn bleiben wollte) viel Zeit vertan, so kommt man erst am Nachmittag nach Mattersburg. Dort hat ein sog. Volksrat den ungarischen Amtmann verjagt, die Stimmung ist euphorisch, wegen gekappter Telephonverbindungen ahnt keiner das Schicksal der anderen Gruppen. Man beschließt den neuen Staat sofort zu gründen, am Abend des 5. Dezember 1918. Vorläufiger Präsident ist Josef Suchard, bisher Obmann des Volksrates. Suchard dankt für das Vertrauen, fügt aber gleich einschränkend hinzu, daß er sein Amt als Staatsoberhaupt nur in der Freizeit ausüben könne, die Arbeit als Maurer gehe vor. Gut gelaunt wird gefeiert und die Weiterfahrt nach Ödenburg auf den nächsten Tag verschoben. Inzwischen sind die ungarischen Behörden von den Landsleuten bei Post und Bahn alarmiert, in der Nacht fährt eine Kompanie Honveds, eine schwache Hundertschaft Freiwilliger und zwei Dutzend Bahnhofswächter los. Am Morgen des 6. Dezember 1918 blicken die im Schlaf überrumpelten Mattersburger "Gardisten" in die MG-Mündungen. Die Anführer werden von einem Standgericht zum Tode verurteilt, aber sie kommen schon nach 18 Tagen im Rahmen einer Weihnachtsamnestie frei. Die Sache mit den Briefmarken trug sich drei Jahre später zu, sozusagen vice versa. Die Ungarn hatten im Raum Oberwarth einen kurzlebigen Staat "Leitha-Banat" ausgerufen, mit dem Unterschied, daß das Staatsoberhaupt, Pal Pronay, sich seinen Amtsgeschäften hauptberuflich widmen kann. Auch eine Budapester Abordnung, die Pronay schonend zur Kenntnis bringt, daß sein Staat unerwünscht sei, kann diesen nicht davon abhalten, sich vor allem mit der Kreation eigener Briefmarken zu beschäftigen. Die Marken werden in Wien gedruckt, sogar der Weltpostverein in Bern erhält eine offizielle Benachrichtigung. Auch kommt ein Amtsblatt heraus, allerdings nur ein einziges Mal. Die katholische Kirche zeigt sich gewogen: der Bischof von Stein am Anger errichtet für das neue Gemeinwesen ein Generalvikariat, welches der Dechant Franz Thomas aus St. Michael bei Güssing leitet. Nach einem Monat droht Budapest mit dem Einsatz von Truppen, darauf rückt am 4. Dezember 1921 - also genau drei Jahre nach der "Republik Heinzenland - alles, was vom "Leitha-Banat" noch über ist, per Zug nach Budapest ab. Kurz darauf flattert über dem Oberwarther Rathaus die rot-weiß-rote Fahne. (aus einem diesbezüglichen Artikel von Hr. Erich Körner-Lakatos)
von bessawissa am Apr.2007

 
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Was für eine Geschichte!
faszinierend
von JoDo am Apr.2007

 
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3 Beurteilungen
aus der Bosheitenkiste des mittlerweile entfleuchten Wanderbeurteilers ? * 2011-08-21 08:24:23(Wien 12.,Meidling): Qualität= -2: Bekanntheit= -100%
Fehlende Hochsprache / Eintrag
* 2011-08-29 11:13:47(Klagenfurt(Stadt)): Qualität= -2: Bekanntheit= -100%
Dialektsprache nicht erwünscht - laut Vorgabe
* 2011-09-16 06:01:06(Klagenfurt(Stadt)): Qualität= -2: Bekanntheit= -100%
Reine Dialektaussprache

von Koschutnig am May.2012

 
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@Jodo:
Bitte, füge die 3. Aussprache-Variante "Hianzisch" zum deinem Eintrag dazu
hianzisch

von Koschutnig am Jun.2012

 
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@Koschutnig - @biba
Der beim Eintrag 20062 zitierte ´wikipedia´-Artikel existierte noch nicht
als ich diesen meinen Eintrag am 15.11.2006 tätigte, sondern wurde am 16.06.2007 erstellt.
Im Licht dieser Erkenntnis stellt sich die Frage, ob man nicht dem neueren Eintrag von ´biba´ den Vorrang geben und die drei Aussprachevarianten dort eintragen sollte.
lG JoDo
von JoDo am Jun.2012

 
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Da bei der Wortsuche ein Artikel auch auffindbar ist,
wenn nur eine von mehreren im Eintrag genannten Formen bzw. Varianten eingegeben wird, ist es eigentlich egal, ob ein solcher Eintrag mit "heanzisch" oder mit "hianzisch" beginnt - trotz der "Burgenländisch-Hianzischen Gesellschaft" und deren Aktivitäten zur Pflege und Belebung "der jahrhundertealten Mundart und Wesensart der 'Hianzen und Heidebauern' " (§ 2 der Vereinsstatuten) Unter diesem Eintrag hier findet sich die spannende Geschichte des "Heinzenlandes", und es wäre zur Vervollständigung des Eintrags ja nur das einzige Wort "hianzisch" hinzuzufügen, hingegen hat "Hianzisch" von biba - hianzisch - eine unzulängliche "Übersetzung" - und ein WP-Artikel ist schließlich auch keine absolute Autorität. Überdies gibt es parallel zu diesem Eintrag auch den Eintrag "Heanzenland" Heanzenland
von Koschutnig am Jun.2012

 
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Eintrag erweitert - JoDo
... ´s is´ aber a rechte Murkserei mit dem Wort ...
von JoDo am Jun.2012

 
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Pronay war im Vorteil, weil er ein extrem skrupelloser Typ war und Suchard anscheinend sehr naiv. Und Ps Staat hielt nur Wochen wegen Kriegsverbrechen und dann kam P nicht mal mit seinen eigenen Leuten aus. Dann der internationale Druck auf Ungarn. S. war der Erfolgreichere, immerhin war er später auf Landesebene als Politiker erfolgreich. Mit P. ging es nur mehr bergab, da er extrem unbeherrscht und gewalttätig war. Auch wenn er immer welche fand, Stalin-Regime inklusive, die ihn sehr milde bestraften. Aber als ernstzunehmender Faktor hat er 1922 ausgespielt. Er wurde aus der Armee mehrfach ausgeschlossen, er war nicht mal mehr satisfaktionsfähig, er schied aus allen möglichen Gremien im Unfrieden aus. Seit den 30ern tauchte er am ehesten in Klatschspalten auf. Vor allem wegen seines extrem unbeherrschten Verhaltens. Erfolg sieht anders aus. Und letztendlich hat S. sein Ziel erreicht, egal ob es Heanznland oder Burgenland heißt und seine Partei ist noch immer am Ruder.
von Juser1447hc am 26.Aug.

 
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Mich stört oben auch das Hinhauen auf die katholische Kirche. Ich wäre ohne meinen Beichtvater seit über 20 Jahren ausgetreten, aber das stört mich und es gehört auch untersucht, wie sich die anderen dort vertretenen Religionsgemeinschaften verhalten haben. Und es scheint ja nur eine untergeordnete Stelle gewesen zu sein. Eine Bevorzugung von Katholiken ist mir nicht bekannt, nur sein extremer Judenhaß und es mochten ihn aufgrund seines Verhaltens nicht mal die Burgenlandungarn, er musste den Großteil seiner Leute aus Zentralungarn holen. Pronay dürfte nicht katholisch gewesen sein, ein Verwandter war lutherischer Superintendent.
von Juser1447hc am 26.Aug.

 


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Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.