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o(h)-, åå- : an- (Vorsilbe)


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o(h)-, åå-

[ das offene O (Å) gilt für den Wiener Raum ]
an- (Vorsilbe)


Erstellt von: joeditt am Nov.2006

Ähnlich klingend:  
Oa
0
   
o..
+3
   
o
+2
   
oi
0
   
oi
+2
   
Oa
+7
 

Links: Österreichisches Wörterbuch : o(h)-, åå- V W

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Bekanntheit

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Bewertungen (3)



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Also entweder habe ich Schweinsohren,
oder meinem Dialekt war 52 Jahre lang ein fataler Fehler immanent: die hier phonetisch mit "o(h)-, åå-" wiedergegebene Vorsilbe verwendete ich bislang immer in der Bedeutung "ab", während ich für "an-" immer ein "ã" (nasaliertes a) verwendete, bzw. als Entsprechung in südbairischen Mundarten dafür ein "on". "Oh" für "an" kenne ich dagegen nur aus Bayern: "Bist wo ohgrennt?" (=dagegen gerannt). Ich sagte bis zum heutigen Tag demnach immer: "Bist wo ãgrennt?". Eine Frage, die ich mir wohl nun selbst stellen muss, wenn ich wirklich so falsch liege. Und damit wäre dann auch meine Karriere hier in ostarichi wohl "åågrennt" (abgelaufen).

Bitte um ein paar tröstliche Worte. Danke im Voraus. Brezi.
von Brezi am Jun.2007

 
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Pretzel hat Recht!
Mit dem Schreiben des betreffenden Buchstaben hatte zumindest ich auch schon meine liebe Not. "ã" (das habe ich mit copy und paste hereingekleistert, wo es auf der Tastatur liegt, keine Ahnung) ist natürlich besser als "å". Zu irgendeinem einschlägigen Wort gibt´s da auch einen Kommentar von mir, finden müsst´ ich ihn halt.
von JoDo am Jun.2007

 
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Danke! Korrigiere daher zu "ãã-"
Freut mich sehr: ja, Brezi hat völlig Recht.

Am allerliebsten wäre mir eine gemeinsam mit dem lateinischen Alfabet standardmäßig verbundene - und nicht erst nachträglich zu installierende - Ausgabe des inernationalen phonetischen Alfabets. Um erstens - siehe JoDos Odyssee-Beschreibung - stets gleich die richtigen Zeichen zur Verfügung zu haben, und zweitens, sich darauf verlassen zu können, dass sie auch auf den Bildschirmen aller BesucherInnen korrekt angezeigt werden.
von joeditt am Jan.2008

 
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Nicht jedes "ph" wurde durch die Reform zum "f"
und das im Alphabet auch nicht, weder im neuen ÖWB noch im runderneuerten Duden zu finden - oder war das im Dialekt geschrieben? ;-)

von system02 am Jan.2008

 
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Des, liaba/-e finaggl, is zan Glik fonetisch wuascht, und drum kentat ma driba endlos filasafian ... (i pek mi åå). Aber in einem Punkt muss ich dir Recht geben: "phonetisches Alfabet" ist inkonsequent. Ich korrigiere daher: "fonetisches Alfabet". ;-)
von joeditt am Jan.2008

 
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@ joaditt:
Gfraid mi, wånst di åpekt håst!
Ma mecht's nied glaam, wia leicht andiam oana z untahåötn is... :-)
von system02 am Jan.2008

 
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Anekdote
Dazu eine kleine Anekdote. Irgendwo in der schönen Landschaft sitzt ein Maler vor seiner Staffelei und malt. Ein Bauer kommt vorbei und fragt: „Wos tàn na Sie do åmoin?“ „Anmalen“, sagt der Maler, „lieber Freund, tu ich gar nichts!“ Darauf der Bauer: „I moan ja ned, wos Sie omoin. I moan, wos Sie åmoin tàn?“ / Dazu muss ich anmerken, dass das å (ich schreib’s normalerweise nicht) bei uns meist nasal und ziemlich hell gesprochen wird. (Übrigens: Im Schwedischen ist das å ein reines geschlossenes o, also keineswegs das, als was es in der bairischen Umschrift oft verwendet wird. Ån (der Fluss) spricht sich wie „Ohn“)
von Josef am Jan.2008

 
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Zwar sind wir damit schon Seemeilen weit vom Ursprungswort abgedriftet,
aber da wir Ostarrichianer und -innen als Gilde der Fortspinner und Abschweifer bekannt sind, möchte ich dir, o Josef, gleich mehrerlei antworten.

1) Der Witz: super! Dazu fällt mir gleich eine Frage ein: kennt man in Bayern eigentlich das Wort åmandln (für 'Personen fotografieren') nicht? Ein (Alt-)Bayer, den ich mitten in Erfurt getroffen habe [1], kannte es nicht, oder ich habe es für bayerische Ohren falsch intoniert. ???

2) Das mit dem schwedischen å wissen leider wenige, aber es stimmt (was weißt du eigentlich NICHT, frag' ich mich langsam). Hingegen wird das 'unberingte' schwedische a fast wie das oberbayerische å ausgesprochen, das kurze aber fast wie bei uns. Übungssatz (schlag nach bei Hamlet): Att vara eller inte vara, det är frågan. [... dee är frogan]!

3) Wenn ich etwas Oberbayerisches wiedergebe, verwende ich schon lieber das å, schon, um es von seinem wienerisch-niederösterreichieschen Pendant abzugrenzen, dass fast ein reines o ist. Auf Wienerisch schreibe ich fast nur o, außer in Wörtern wie åscho'm (abschaben), weil da die beiden Pseudo-a ein wenig verschieden klingen, oder wenn die o-Schreibweise das Wort unleserlich macht (manchmal ist die historische Rechtschreibung der phonetischen eben überlegen, wann, dafür gibt es keine Regel, aber ich schreibe noch immer beissn, obwohl wir bäässn sagen). Vgl., wie ein Wiener Austria-Fan zu seinem Klub sagt und wie Engländer das Wort 'Austria' aussprechen. Verblüffend ähnlich (bis auf das r). Vielleicht, dass im Engl. das 'au' (was viele nicht wissen) etwas kürzer gesprochen wird. Und wo driften wir jetzt?

[1] Besagter Bayer hat sich eigenen Angaben zufolge in eine Frau aus Thüringen verliebt, blieb daselbst picken, und um sein unausbleibliches Heimweh zu kompensieren, baute er unverzüglich ein paar Kubikmeter oberbayerische Gastronomie um sich herum. Jetzt ist es erst wieder seine Gemahlin, die sich (mitten in ihrer eigenen Landeshauptstadt) im feindlichen Ausland befindet. Wer ko, der ko!
von Brezi am Jan.2008

 
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Wea ko dea ko
Was ich NICHT weiß? Das MEISTE! Und das, WAS ich weiß, ist oft Zufall. Meine Lebensgefährtin ist halbe Schwedin. Wenn’s Finnisch oder Baskisch gewesen wäre, hätte ich also keine Chance gehabt! "Åmandln" kenn ich hier nicht, auch nicht in ggf. anderer Schreibweise, bzw. Lemmatisierung (z.B. abmandln usw.). Übrigens hätte die Anekdote in MEINEM Lokaldialekt keinen Sinn ergeben - wir sagen nämlich nicht "åmoin", sondern "obmoin" mit deutlich gesprochenem "b". Aber das andere gibt's anderswo auch, dann braucht man wirklich das "å". Många hälsningar från sydlig Övre Bajern!


von Josef am Jan.2008

 


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Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.