4.9 stars - 116 reviews5

Amtsschimmel : übertriebene Bürokratie


+112


  

Amtsschimmel

der, -s, -
übertriebene Bürokratie


Art des Wortes: Substantiv

Erstellt von: Russi [Admin] am Mar.2006


Links: Österreichisches Wörterbuch : Amtsschimmel

  


Bewertungen (74)



0
Herkunft:
Der Wortbestandteil "Schimmel" ist von einem in der österreichischen Monarchie gebräuchlichen Musterentscheid, der "Simile" hieß (von lat. simile = ähnlich), abgeleitet worden. Mit Hilfe dieses Standard-Vordrucks ließen sich ähnlich lautende Anliegen schematisch und zügiger erledigen. Der Begriff wird für ein Übermaß an Bürokratie verwandt.
von Russi [Admin] am Mar.2006

 
0
Die Herleitung von "das Simile", dem Begriff für auch in den Kanzleien der österreichischen Monarchie gebräuchliche Musterentscheide mag stimmen. (nach Kluge)

Der "Amtsschimmel" ist dennoch gmd. und nicht österr. Standarddeutsch.
von Standard am 11.May.

 
0
Kommt in der Tat von latein. simile und ist dann umgedeutet worden, einerseits zum Schimmel (Pferd), andererseits zum Schimmel (Pilz). Einerseits weil mnan in der Bürokratie auf Vorschriften herumreitet, andererseits, weil viele Akten so lange liegen bleiben, bis sie schimmlig werden. Die erste Möglichkeit ist die wahrscheinlichere. Das Wort ist kein Austriazismus, sondern gemeindeutsch, wenn es auch von Österreich ausgegangen sein dürfte.
von heinzpohl am 05.Aug.

 


  Anmelden zum Kommentieren






Alooha | Österreichisch | Bairisch | Bayrisches Dialektwörterbuch | Costeño | Urbanes Wörterbuch | Business Argot | American Slang | Aussie Slang | Sinhala | Ceylon | Russwurm | Embedded Labs | Jerga Urbana | Atlas Körper Zentrum | Atlas Body Center | NLP | Witze | Emoji DictionaryAGB | Impressum

Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.