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Schwelleis (n) : Österreichisches Standarddeutsch für...


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Schwelleis (n)

[ [ˈʃvɛlaɪ̯s] ]
Österreichisches Standarddeutsch für "Grundeis" (gmd).

In Österreich kann u. a. Schwelleis entstehen, wenn auf die Straße geflossenes Schmelzwasser nicht abfließen kann und unten wieder gefriert. Die Autolenker sehen nur das Wasser, nicht das Eis darunter, und hoffentlich die Warntafel: Vorsicht, Schwelleis!



Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Natur, Amts- und Juristensprache

Tags: Standarddeutsch Österreich

Erstellt von: Standard am 17.Aug.

Gebrauch: Österr. Standarddeutsch

Links: Österreichisches Wörterbuch : Schwelleis (n) V W

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Bekanntheit

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Bewertungen (1)



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Dramatisch wird’s in Bayern, wenn laut Münchner MERKUR das angebliche Grundeis schon das Dach beschädigt:
Die Gemeinde Ettal wird rund 43.000 Euro für die Sanierung ihres Rathaus-Dachs ausgeben müssen.[...] An dessen Dach hat sich nämlich nicht nur der Marder heftig zu schaffen gemacht. Auch Schwelleis am Vordach und tropfendes Wasser haben an der Holzkonstruktion, wie sich bei Besichtigungen gezeigte, deutliche Schäden hinterlassen.
Quelle: MERKUR.de, 23.06.2011
Ansonsten ist das bayrische Schwelleis dort, wo man’s aufgrund der angeblich österreichischen Standardsprache erwartet:
Am SCHONGAUER LIDO
Bootshaus-Terrasse steht wieder stabil
Das Fundament der Terrasse des Bootshauses am Lido ist mit den Jahren gewaltig in die Schräglage gekommen. Vor allem das Schwelleis im Winter hat ganze Arbeit geleistet.
Quelle: MERKUR.de, 8.5.2018
Nach Auffassung von Helmut Dunkel hat man in diesem Winter erstmals im Bereich der Ortsstraße Hintermühle Probleme mit Schwelleis und einer nicht lokalisierbaren Wasserquelle. Aufgrund der Ausbreitung des Schwelleises ....sei ... und des nicht geklärten unterirdischen Abflusses sei nach Auffassung von Helmut Dunkel die Sicherheit auf der Ortsstraße nicht mehr gegeben.
Quelle: Öffentliche Sitzung des Gemeinderats Ramsau b. Berchtesgaden vom 27.01.2009
Und „Beseitigung von Schwelleis“ ist auch eine der Kreisbauhof-Winterdienstaufgaben im Landkreis Traunstein (mit Bild:https://tinyurl.com/ybtsp7rc )
von Koschutnig am 18.Aug.

 
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Schweden und das Schwelleis:
Schon 1751 erfuhr der deutsche Leser in Band 13 der Abhandlungen der Königl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften von Nicolaus Gisler im Zusammenhang mit der Lachsfischerei „in den nordländischen Elben“:
Der Bodenfrost oder das vom Doct. Block beschriebene Grund- und Schwelleis fängt an mehr und mehr mit blaßgelber Farbe sich wie Butter sehr dick an die Steine zu setzen und das Wasser vom Boden hinauf zu erfüllen
Quelle: Abhandlungen der Königl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften Bd. 13, Heft 1, 1751

Und ein zeitgenössischer schwedischer Dichter mit nicht namentlich bekannt gewordenem Übersetzer:
Wir gehen zu den Erzgruben hoch. Bis vor wenigen Jahrzehnten haben hier mit Rucksäcken Bergmänner geschuftet. Durch Undichten im Schwelleis schießt Wasser aus kleinen Springbrunnen.
Quelle: Bengt Emil Johnson, Stücke, Gedichte. Akzente (Hanser-Verlag) Heft 3/2015


Und aus diesem Samisch-Schwedisch-Wörterbuch „mit deutscher Übersetzung“ geht wohl hervor, woher das sicherlich nicht nur österr. Standardwort „Schwelleis“ stammen mag: vom schwedischen 'swallis':
asjkastit [...]
bli betäckt med swallis (= J bassjkat) / mit Schwelleis (= Eis, das durch zufließendes Wasser anschwillt) bedeckt werden
Quelle: Harald Grundström, Lulesamisk Ordbok. Lulelappisches Wörterbuch mit deutscher Übersetzung (2011)

von Pernhard am 19.Aug.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.