Gespadel, Gspadel, Gspadl, Gspatl.... : Spanschachtel, Schachtel, Dose, Büchse


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Gespa̲del, Gspadel, Gspadl, Gspatl. Gspattl

[ kšpådl kšpåtl ]
Spanschachtel, Schachtel, Dose, Büchse


Art des Wortes: Substantiv

Tags: Tirol Steiermark Oberösterreich u.a.

Erstellt von: Koschutnig am 02.Dec.

Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)

Gebrauch: Dialekt

Links: Österreichisches Wörterbuch : Gespadel, Gspadel, Gspadl, Gspatl. Gspattl V W

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Bekanntheit

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In der ältesten Apotheke der Stadt Steyr [...] geschah es nicht selten, dass Bauern der Umgebung kamen und „G’hängtenschmalz" verlangten.[...] Die Verständigung darüber geschah dadurch, dass der Bauer entweder an beiden Händen die 3 ersten Finger oder 9 Finger dem Apotheker entgegenhielt. Daraufhin griff dieser nach einer kleineren oder größeren Gspadel (- Spanschachte), [...] in der das „G’hängtenschmalz“ schon eingefüllt war.
Quelle: Matthias Mayer, Das Gehängtenschmalz, Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 57 (1954), 143/180
A] Gspadl nim i mit,
I han schon was drein;
Und wan i 's in Kind gib
So wirds a sö gfreun.
Quelle: Wilhelm Pailler, Weihnachtlieder und Krippenspiele aus Oberösterreich und Tirol (1883)
Spanschachtel für Brautkranz, 1. Hälfte 19. Jh.l [...] Den Boden ziert ein Blumenkranz und weiße Umschrift:
„Ich ehre meinen Jungfraukranz in dieser schönen Gschpadl, —
und achte auch die Reinigkeit so wie den Adl".
Quelle: Volksfrömmigheit in Oberösterreich. Ausstellung im OÖ Landesmuseum (1985)
Hugo von Hofmannsthal schrieb's "Gschpadel" in seinem leider ein Fragment gebliebenen "Xenodoxus" (1920-25):
Blut? [...] - in a Büxel oder in a Gschpadel - Dosti!
Quelle: Neue Rundschau 65 (1954)


eine Schachtel — der Innthaler sagt Gspatl — mit einem tüchtigen Vorrath von Nudeln und einer bedeutenden Quantität Schmalz, da bei der harten Arbeit der Magen fette Kost nicht nur vertragen kann, sondern sogar verlangt.
Quelle: Ludwig von Hörmann, Tiroler Volkstypen (1877)
Der Almbettler streicht mit Rucksack und Gschpatl [...], wo er die erbettelte Butter aufbewahrt
Quelle: Georg Jäger, Fernerluft und Kaaswasser. Hartes Leben auf den Tiroler Almen
(2014)

Im Gewölbe bei der Abtei (Prälaturgewölb) stand eine Truhe mit unterschiedlichen Laden, in welchen die brieflichen Urkunden aufbewahrt wurden.[ ... ] In einem eigenen „Gspattl“ waren verschiedene Quittungen und Steuersachen.
Quelle: Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs (1950)
Auf Sattl gehn d' Melcher sell (selbst) mit der Gschpattl (Schachtel).
Sonst pflegen Bettler, die die Almen abstreichen, in Schachteln ihr Erbetteltes zu sammeln.
Quelle: Der Alpenfreund. Monatshefte 5. Jg. (1872)

von Koschutnig am 02.Dec.

 
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1787, als auch Preßburg noch bei Estreich war, listet übrigens ein Carl Gottlieb von Windisch
„Gspadl“, Schachtel, als eines seiner vielen „zu Preßburg üblichen Idiotismen“: https://tinyurl.com/y9y6srvy

Wenn mir aber nun jemand kommt und auf die Verwendung von Gespadel auf einer deutschen Seite wie Opel-Voting.de hinweist, so muss er sich das auch ansehen: Da redet einer nämlich vom Gaspedal
Aber beim Beschleunigen habe ich arge Probleme. Dabei ist quasi egal ob ich das Gespadel nur halb trete oder ob ich voll durchtrete, die Beschleunigung ist immer dieselbe.
Quelle: Opel-Voting.de

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von Koschutnig am 02.Dec.

 


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

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