Privilegiensumpf : Privilegiendschungel


0

Privilegiensumpf

der, -s, Umlaut + -e
Privilegiendschungel


Art des Wortes: Substantiv

Tags: polemisch

Erstellt von: Koschutnig am 07.Sep.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Privilegiensumpf

  


0
Während man sich in Deutschland noch im Privilegiendschungel zurechtzufinden bemüht, weiß man seit Bundespräsident Kirchschläger, dass sich bei den Sonderrechten um Feuchtgebiete - Sümpfe und saure Wiesen - handelt, die der Trockenlegung bedürfen. Vor allem eine bestimmte Opposition ist auf den Begriff "Privilegiensumpf" abgefahren und wird hierfür sogar im Nationalrat abgemahnt:
Abgeordneter Angerer: [...]Da das ein schönes Beispiel der rot-schwarzen Ineffizienz, der mangelnden Kontrolle und der Privilegiensümpfe in Österreich ist, würde ich dazu gerne ….

Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter, ich bin, wenn die Gesamtdiskussion so verläuft, nicht der Meinung, dass man jedes Wort auf die Waagschale legen und einen Ordnungsruf erteilen muss. Ich würde Sie wirklich bitten, weil es bis jetzt ganz gut gelaufen ist, sozusagen gewisse Wörter aus Ihrem Wortschatz – zumindest hier in diesem Haus – zu streichen. (Rufe bei der FPÖ: Welche Worte? Was hat er gesagt?
Quelle: Parlament, 68. Nationalratssitzung, 22.4.2015
OeNB-Bonus-System: FPÖ-Kickl: Privilegiensumpf Nationalbank
[...]
In der OeNB bekommt man zusätzlich dafür, dass man schlicht seinen Job macht, zu den 15 Gehältern auch noch Prämien ausbezahlt. Fehlt nur noch, dass man dort auch einen Bonus bekommt, wenn man überhaupt zur Arbeit erscheint – wie in Griechenland. Dieser Privilegiensumpf muss endlich trockengelegt werden“, so Kickl.
Quelle: APA Presseaussendung 2.3.2016
FPÖ: Karlsböck kritisiert Sozialversicherungsträger: „Privilegiensumpf muss endlich trocken gelegt werden“
Quelle: fpoe.at, 25.7.2016
Die Luxusrenten in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sorgen seit vielen Jahren für Wirbel. Angezettelt wurde die Causa durch den inzwischen verstorbenen FPÖ/BZÖ-Chef Jörg Haider, der von einem „Privilegiensumpf“ sprach.
Quelle: Die Presse, 10.1.2014
Herr Gorbach bekommt planmäßig eine Politikerpension von ca. 11.000 Euro ab seinem 66. Lebensjahr. Da er diese Pension nicht erst ab seinem 65. Geburtstag, sondern rückwirkend ab seinem (ca.) 57. Geburtstag möchte, hat er den Staat verklagt. Dies erinnert stark daran, wie sich die FPÖ-Politiker in der Regierung Schüssel am Futtertrog der Nation bedient und das Staatsvermögen – sehr oft an „Freunde“ – teilweise verscherbelt haben. Dies, nachdem die damalige FPÖ unter Jörg Haider jahrelang gegen das Establishment und den Privilegiensumpf gewettert hatte.
Quelle: Vorarlberger Nachrichten, 2.12.2016
Der Wiener Privilegiensumpf
Die Kronenzeitung deckt - leider immer nur in ihrer Mobilversion - seit einiger Zeit überaus mutig und präzise die katastrophale Misswirtschaft in Wien auf. Von den Privilegien der Parteinomenklatur bis zur überhohen Mindestsicherung.
Quelle: Andreas Unterberger.at, 15. Sept. 2016 11

BA-CA, die österreichische HVB-Tochter wird in dem Magazinbericht überhaupt als "das letzte Privilegien-Paradies Österreichs" bezeichnet. Der Vorstand gilt, wie berichtet, als wild entschlossen, den "Privilegiensumpf " an zum monatlichen Fixum dazukommenden Zulagen und Zuschüssen für BA-CA-Mitarbeiter endgültig trocken zu legen
Quelle: derStandard.at, 28.7.2004
Das Problem ist, dass die Kassa einem Wahlarzt auch dann nur 80% der Rechnung ersetzt, wenn dieser nur 80% der Kassenleistung verlangt. Der Staat hat hier einen Privilegiensumpf aufgezogen, der den bestehenden Kassenärzten ein Monopol verschafft, anstatt dass jeder zu jedem Arzt gehen kann und die Kassa jedem Arzt dieselben Kosten erstattet [...]

AufrechterGang: [...] Er mag ein guter Mediziner sein, aber leider glauben gerade Ärzte sehr oft, dass das genügt und wirtschaftliche Kompetenz überflüssig sei.
Was den Privilegiensumpf mit den Kassenverträgen betrifft, gebe ich Ihnen voll recht.
Quelle: Die Presse, Posting v. 5.4.2017
Steueroasen sind Privilegiensümpfe. Etwa 8% der weltweiten Privatvermögen, das sind 8.000 Mrd. Euro, liegen in Steueroasen mit dem hauptsächlichen Motiv der Steuerhinterziehung
Quelle: Gerhard Gäbler und Roland Steidl (Hg.), Soziale Strategien für morgen. (Salzburg 2016)

von Koschutnig am 07.Sep.

 


  Anmelden zum Kommentieren






Alooha | Österreichisch | Bairisch | Bayrisches Dialektwörterbuch | Urbanes Wörterbuch | Business Argot | American Slang | Aussie Slang | Sinhala | Ceylon | Jerga Urbana | NLP | Sprachen Lernen | Master | Witze | Emoji DictionaryAGB | Impressum

Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.