riegelsam : stattlich, rüstig, rührig


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riegelsam

stattlich, rüstig, rührig


Tags: ugs. veraltend

Erstellt von: Koschutnig am Dec.2016

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Bekanntheit

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33.12 Friedrich Nicolai, Versuch eines östreichischen Idiotikon, oder Verzeichniß östreichischer Provinzialwörter.
Quelle: Friedrich Nicolai, Beschreibung einer Reise durch Deutschland Bd. 5, Berlin 1785
[...]
S. 666 Riegelsam ansehnlich, stattlich, rüstig
Quelle: Walter Haas, Provinzialwörter
riegelsam — riegelsam adj rührig,schaffensfroh. Gehört zu »riegeln = lockern; rege machen«.
Bayr. und österr., seit dem 19.Jh
Quelle: Wörterbuch der deutschen Umgangssprace
Der Komet ist ungefährlich; aber dass man auch die ganze Zeit nichts Verdächtiges bemerkt hat, untergräbt den Kredit der Wissenschaft … Nun soll ja der Astronomie, die gewiss eineriegelsame Wissenschaft ist, nicht nahegetreten werden, aber sie hat sich diesmal schwer kompromittiert, weil sie sich den Hervorrufen eines fortschrittlichen Gafferpöbels eher und bereitwilliger zeigte als der Komet.
Quelle: Karl Kraus, Glossen bis 1914
Die Tante, die Zeugin dieses warmen Abschieds war, behauptete fortan, die Lottel könnte leicht einmal Gouverneurin im Banat werden, der General sei noch ein ganz riegelsamer Herr.
Quelle: Adam Müller-Guttenbrunn, Der große Schwabenzug (1913)
An diesem Morgen musste Aurelius auf der riegelsamen Tante Geheiß tüchtig mit Lakritzensaft gurgeln, immer wieder, bis er ganz blaurot im Gesicht war.
Quelle: Hans Hart, Das Haus der Titanen (1913)
Der alte Fesch, ein noch riegelsamer Mann in den sogenannten besten Jahren, Hausherr und Schalweber, in letzterer Eigenschaft nur mehr halb aktiv, da er die Leitung des Geschäftes seinem Sohne übergeben, tritt nach Tische in sein gewohntes Café und selbstverständlich schnurgerade zu dem Häuflein bewährter Spezi, die mit langen »Köllnischen« oder schöngerauchten Meerschaumpfeifen dampfend ausgerüstet, soeben beraten, ob man eine russische Preference oder den üblichen Tapper spielen soll.
Quelle: Friedrich Schlögl, »Allerweil fidel« in »Wiener Blut« (1873)

von Koschutnig am Dec.2016

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.