Einnahmentangente : budgetiertes Einnahmensoll


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Einnahmentangente

budgetiertes Einnahmensoll


Tags: fachsprachlich veraltend

Erstellt von: Koschutnig am 29.Nov.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Einnahmentangente

  


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Die Volksoper, die als einziges Theater die angepeilte Einnahmentangente nicht ganz erreichen konnte, erwirtschaftete 0,75 Millionen
Quelle: derStandard.at , 26.1 2001

Auf eine theatralische "Tangente", die zur Sicherheit durch das Bestimmungswort verständlicher gemacht wurde, stößt man auch im "Profil" durch Sigrid Löffler im Zusammenhang mit „Niederträchtigkeiten, Intrigen und Borniertheiten“ in Wien:
„Diese Stadt ist tödlich"
Die Erinnerungen des Ex-Staatsopern-Direktors Claus Helmut Drese sind peinlich für Genannte wie Ungenannte. […]
Namen brauchen nicht genannt zu werden, in Wien kennt man die Protagonisten, die Berufskennzeichnung genügt. Da ist der erste Unterrichtsminister, ein dröhnender Mann, der bei einem Zürich- Besuch mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Ahnungslosen zugeht und ihm auf den Kopf zu sagt: "Wir brauchen Sie. Lorin Maazel ist nicht mehr länger tragbar. Seine Tage sind gezählt. Wenn Sie Direktor der Wiener Staatsoper werden wollen, sind Sie es. "
Der zweite Unterrichtsminister ist ein trockener und enger Bürokrat, dem zu "Hochkultur" nur "Einsparen" einfällt.
Minister Nummer drei ist stramme Sozialistin, „rundlich und bieder" und „Lehrerin aus Floridsdorf", der die Bundestheater ein spanisches Dorf sind: „Den Zusammenhang von Einnahmentangente und Mehrausgaben scheint sie nicht zu verstehen.“
Quelle: Profil Jg. 24. (1993) S. 92

Drese war Direktor der Staatsoper von 1986 bis 1991. Die österr. Unterrichtsminister findet man alle hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Unterrichtsminister_der_Republik_%C3%96sterreich

Die "Einnahmen" in einer "Einnahmentangente" müssen sich allerding mitnichten auf Kulturveranstaltungen beschränken, wenn etwa NRAbg. Dr. Androsch in der Debatte zu einem Budgetüberschreitungsgesetz meint:
Und nun noch eine Bemerkung, daß nämlich auf Grund der bisherigen Einnahmenentwicklung die Einnahmentangente noch nicht völlig erreicht ist. Wenn nun von Mehreinnahmen in der Höhe von 450 Millionen Schilling mit der Bedeckung gesprochen wird, so heißt das, daß hier noch Mehreinnahmen von 850 Millionen Schilling bei anderen Steuern hereingebracht werden müssen. Wir haben gewisse Zweifel, daß das in der letzten Phase des heurigen Budgetjahres noch der Fall sein wird
Quelle: Stenograph. Protokoll der 157. Sitzung des Nationalrates am Mittwoch, 26. 11. 1969

von Koschutnig am 29.Nov.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.