Landmarschall : historische Amtsperson, vergleichbar dem...


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Landmarschall

der
historische Amtsperson, vergleichbar dem Ministerpräsidenten eines deutschen Bundeslandes


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Veraltet, Historisch

Tags: historisch

Erstellt von: Koschutnig am 04.Nov.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Landmarschall

  


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Aus „Österreich“ (das war damals OÖ + NÖ) soll die früheste deutschsprachige Erwähnung des Amtes eines Landmarschalls herrühren, doch nicht lange drauf erfährt man von einem solchen in Livland und andere kamen im Lauf der Geschichte hinzu: in Pommern, in Mecklenburg, in Schlesien und und und.
So ein Landmarschall war etwa das, was ein österr. Landeshauptmann heute ist, wär er gleichzeitig auch Landtagspräsident.
Während die cisleithanischen Länder der Donaumonarchie in der Regel einen Landeshauptmann an ihrer Spitze hatten, hielt sich der „Landmarschall“ im Erzherzogtum unter der Enns bzw. im Kronland Niederösterreich bis zum Ende der Monarchie.
Der Landeshauptmann hatte eine Doppelstellung, indem er sowohl dem Fürsten als auch den Ständen, aus deren Reihen er kam, zu Treue und Gehorsam verpflichtet war. In Niederösterreich hieß er Landmarschall.
Quelle: AEIOU-Austria-Forum
. Der letzte in der Reihe dieser österr. Landmarschälle was Aloys Prinz Liechtenstein, und Bürgermeister Lueger war 5 Jahre hindurch neben seinem Amt als Wiener Bürgermeister auch Stellvertreter des Landmarschalls des NÖ Landtags.
Den Vorsitz bei den Landtagsversammlungen führt der Chef der Stände. Es haben jedoch nur die Stände im Lande unter der Enns und die von Steiermark einen besonderen Präses, jene den Landmarschall , diese den Landeshauptmann.
Quelle: Johann Springer, Statistik des österreichischen Kaiserstaates,
(184o)
Nach dem Eide übergab der Oberst-Kanzler dem Landmarschall die auf Pergament geschriebenen, und von Sr. Majestät Höchsteigenhändig unterfertigten Privilegien mit anhangendem Insiegel, mit folgenden Worten: »Hiermit übergebe ich in die Hände des Herrn Landmarschalls das von Seiner k.k. Majestät Allerhöchst unterfertigte Bestätigungs-Diplom der ständischen Freyheiten und Gerechtsamen."
Quelle: Feyerlichkeiten bey der Erb-Huldigung im Erzherzogthume Österreich unter der Enns … (1835)
Besonders eifrig nahm sich der Landmarschalls unter der Enns , Siegmund von Lamberg , früher Landeshauptmann ob der Enns, seines Gevatters, des Abtes Alexander, an, und empfahl ihn für heil. Kreuz, falls die Abtey erledigt werden sollte
Quelle: Mathias Reisacher, Topographie des Erzherzogthums Oesterreich Bd. 18 (1840)
Auch in Tirol gab's einen Landmarschall, der jedoch wenig in Erscheinung trat und dem letztlich eher symbolische Bedeutung zukam:
§232. Der Landeshauptmann, dessen Stelle mit jener des Landes-Gouverneurs vereinigt ist, hat in den ständischen Kongreß-Sitzungen das Präsidium. ...
Dem Landeshauptmanne zur Linken sitzt der Landmarschall, dessen Amt ein erbliches Mannslehen … ist. Er hat, ohne eigene Stimme, für ordnungsmäßige Abgebung der Stimmen, … zu sorgen und die Beschlüsse mit dem Landeshauptmanne zu unterfertigen.
Quelle: Johann Jacob Staffler, Tirol und Vorarlberg (1839)

von Koschutnig am 04.Nov.

 


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Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.