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Geldtascherl, Geldtaschel, Geldtaschl : Portemonnaie, Portmonee, Geldbeutel


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Geldtascherl, Geldtaschel, Geldtaschl

das, -s, -(n)
Portemonnaie, Portmonee, Geldbeutel


Art des Wortes: Substantiv

Tags: ugs. Kärnten Stmk u.a.

Erstellt von: Koschutnig am 17.Oct.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Geldtascherl, Geldtaschel, Geldtaschl

  


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Eine interessante Karte:
In Österreich gelten andere Bezeichnungen: Außer Geldbörse(rl) sagt man dort Brieftasche (Kärnten) wie in Südtirol (vgl. Karte „Brieftasche“), im übrigen Österreich Geldtasche(rl).
Quelle: Univ. Augsburg, Atlas zur deutschen Alltagssprache
Zwar hat die Kärntnerin dingle zum Eintrag Geldbörse schon 2014 gesagt:
„noch öfter verwende ich das Wort "geldtascherl", doch hat sie einen entsprechenden Eintrag unterlassen. den ich jetzt nachhole, da ich sowohl meine Brieftasche als auch das Geldtaschl gewöhnlich mitführe.
von Koschutnig am 17.Oct.

 
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Schreibung -taschl :
schlampig:
* Habe gestern mein geldtaschl verloren! Habt ihr eines gefunden?... | Susi Gahleitner - Facebook
[posts/625229990959911]
* Hobs ihr zufällig a weißes geldtaschl von mir gfundn? | Katharina Messner - Facebook
[posts/292461970863439]
* is a geldtaschl gfundn wordn? | Melanie Reininger - Facebook
[posts/320084491368479]
literarisch:
Wenn einer, der irgendwo ein Geldtaschl liegen sieht, erst überlegt, ob er es nehmen soll oder nicht, der ist schon ein Dieb, auch wenn er’s dann schließlich vielleicht doch nicht nimmt.
Quelle: Hermann Bahr, Himmelfahrt(1916)
Der Herr Bürgermeister von Bad Gstettn hat tief ins Geldtaschl gegriffen und gleich zehn Messen bestellt. Allerdings hat er sowieso nicht ins eigene Geldtaschl gegriffen, sondern in die Gemeindekasse.
Quelle: von Franz Friedrich Altmann, Turrinis Leber. Kriminalroman (2015)

Schreibung -taschel :
Während wir genüsslich und voll des Vorsommergefühls unsere Längen /im Stadionbad/ abdienen, öffnet eine Nebelkrähe doch tatsächlich den Zipp von der Liebstentasche, die auf der Betontreppe neben dem Becken liegt, wuselt darin herum, dringt sogar ins Geldtaschel vor und beißt ein dreieckiges Stück aus einem Fünfziger.
Quelle: Ernst Molden , Wien Mitte. Ein Wochenbuch (2014)
Achte Szene. Im Großvaterstuhl sitzt die alte Burgerlies mit Strickzeug, Geldtaschel und Schlüsselbund am Gurt .
Quelle: Ludwig Anzengruber, Der Meineidbauer (1871)
Ob er doch wohl das Geldtaschel in den Sack gesteckt habe, als er die Zeche beglich? Bei dieser Erinnerung machte der Einsel große Augen. „Zech'? Zech' sagst, Wirt? Wer wird denn heut' Zech' zahlen, wenn Freitrinkertag ist!"
Quelle: Peter Rosegger, Sonnenschein (1905)
Schreibung -tascherl :
Günther war begeistert. »Ein Geldtascherl an einer Schnur!« Kurt nahm einen tiefen Zug aus seiner Flasche. »Es müsste was ganz anderes sein. Außerdem trägt der ‚Pinka' die Nase zu hoch, um das Geldtascherl sehen zu können.«
Quelle: Dieter Gogg, Gestatten? Amanda Klachl - mein Mädchenname (2007)
Siekommt nicht daher, mache ich die Haustür auf, springt der Hund auf mich und beißt in meine Hose, zum Glück hatte ich das Geldtascherl da. Er hat die Hose aufgerissen. Wäre das Geldtascherl nicht da gewesen, er hätte mich kastriert.
Quelle: Roland Girtler, "Holt's den Viechdoktor!"(2009)
Erst wenn es im Geldtascherl auch weh tut, dann fangen die Leute an zum Überlegen. So ist das.
Quelle: Austrofred, Alpenkönig und Menschenfreund (2013)

von Koschutnig am 17.Oct.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.