Brentlerin, Prentlerin : Sennerin, Almhalterin


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Brentlerin, Prentlerin

die, - , -nen
Sennerin, Almhalterin


Art des Wortes: Substantiv

Tags: steirisch u.a.veraltet

Erstellt von: Koschutnig am 23.Sep.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Brentlerin, Prentlerin

  


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Die Bezeichnunghat sie von der Prent(e), Brent(e) für die Milch - und nein, von nächtlichen Besucherinnen, die fensterln (brenteln, prenteln) gehen, ist weder bei Burschen noch in der Menscherkammer bislang etwas bekannt geworden und doch schreibt Peter Rosegger "Sittenbilder" aus dem steirischen Volksleben:

Was nun die Liebe zu Menschen betrifft, so kann von der hübschen Brentlerin wohl Jeder ein "Busserl" bekommen, wer aber mehr verlangt, wird derb zurückgewiesen, und wer wirklich keck werden wollte, der - die Brentlerinnen haben tüchtige Fäuste
Quelle: Peter Rosegger, Sittenbilder aus dem steierischen Oberlande (1870)
Wou] da Gamsbouck lusti üban Felsn springt,
Wou die Brentlerin ollweil schöane Liadla singt,
Küah und Kolmanh gumppn (hüpfen) lusti ah dabei,
Js fürn Jaga wul die größte Freud!

Kas und Buda bringt mar oft mei Brentlerin gmua.
Brot und Henik , Schmalzkouch gibt s mar ah dazua…
Quelle: Rosegger, Das Volksleben in Steiermark (1875)

Rosegger ist beileibe nicht der einzige, der von der Brentlerin schreibt:
Die Löhne der weiblichen Dienstboten bleiben durchaus um ein Drittel und mehr niedriger als die der männlichen. Der Jahrlohn der Dirn und Brentlerin betrug im Jahre 1690 1-2 fl.
Quelle: Hubert Wimbersky, Eine obersteirische Bauerngemeinde … (1908)
Auf der Kühalpe ist für die Kühe einer jeden Haushaltung eine Sennerin, im Judenburgerkreise Brentlerin genannt, bestellt, die alle bei der Milchwirtschaft vorkommenden Arbeiten verrichtet
Quelle: Austria oder Oesterreichischer Universal-Kalender (1848)
Das Leben der Brentlerinnen oder Schweigerinnen ist gar mühevoll, und doch freuen sie sich schon den ganzen Winter darauf und reden noch in späten Jahren, wenn sie längst nicht mehr zur Alm fahren, mit Entzücken davon.
Quelle: Westermanns Monatshefte, Jahrbuch Bd. 2 (1857)
Sind es im obersteirischen Ennstale die Käswürmer, die der Sennin Unheil bringen, so ist es im Almbereiche des Mitterennstales der Madenzopf, den hier die „Brentlerin" fürchtet
Quelle: Karl Haiding, Volkssagen aus der Steiermark (1982)

von Koschutnig am 23.Sep.

 


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